21.02. – 23.02.2025: Rietlig und Wald

Lange war es unsicher, ob ich Niko zu seinem Geburtstag besuchen konnte. Das gerissene Kreuzband tat nach wie vor weh und das Knie war ziemlich instabil. Niko wollte im Naturfreundehaus Rietlig feiern. Das lag halt in einem Skigebiet bzw. war nur zu Fuß zu erreichen. Zum Glück war seit Januar kein Schnee mehr gefallen und…

Lange war es unsicher, ob ich Niko zu seinem Geburtstag besuchen konnte. Das gerissene Kreuzband tat nach wie vor weh und das Knie war ziemlich instabil. Niko wollte im Naturfreundehaus Rietlig feiern. Das lag halt in einem Skigebiet bzw. war nur zu Fuß zu erreichen. Zum Glück war seit Januar kein Schnee mehr gefallen und die Temperaturen gingen gut nach oben. Das Skigebiet war südseitig ausgerichtet und war seit Anfang Februar wegen Schneemangel zu. Ich schaute gefühlt jeden Tag Webcam und tatsächlich wurde es immer grüner und meine Hoffnung stieg alle dort wieder zu sehen. Dazu kam noch ein ordentlicher Föhneinbruch und somit stand die Entscheidung. Ich fuhr nach Schwyz b zw. Altdorf und weiter nach Spiringen. Dank dem schönen Wetter und dem Föhn standen die Berge wie gemalt auf der Fahrt dorthin. Was soll ich sagen. Mein Herz schmerzte. Diese Sehnsucht und die elende Frage…wird das alles nochmal was. Werde ich jemals wieder in die Berge gehen können und es schaffen meine Träume zu verwirklichen? Es war ein auf und ab von den Gefühlen her. Am Ende stand ich vor der Bahn und war halt da. Das ersparte mir dann das denken. Niko, Susanne, Jannik, Livia und Albi waren keine 10 Minuten auch da und wir begrüßten uns alle mega herzlich. Es war einfach zu lange her, dass wir uns gesehen hatten. Ich zog meine Bergstiefel an, nahm die Stöcke und legte zweifach Bandagen + Orthese ums Knie. So fühlte ich mich aktuell sicher. Mit der kleinen Bahn ging es hoch. Es war wirklich wirklich schön wieder in den Bergen „unterwegs“ zu sein. Von der Bergstation aus machten sich die Kids und Albi auf Erkundungstour und schauten welcher Weg für mich am einfachsten ohne Schnee ging. Niko blieb bei mir und half mir bei schwierigeren Passagen. Wir ratschten und machten langsam Meter um Meter. Über einen flachen Anstieg und im trockenen erreichten wir dann die Hütte und ich war mega froh. Jetzt begann Entspannung und Spaß. Niko besorgte gleich ein Ankommens-Getränk und es waren auch schon die ersten Freunde von ihm aus Zürich bzw. Arbeit auf der Hütte. So stießen wir an und quatschten einfach drauf los. Es war echt schön wieder unbeschwerter reden zu können. Es wurde mit der Zeit kühl draußen, so dass wir rein gingen und die Zimmer bezogen. Danach gings zurück in die Stube und gefühlt verging der Abend wie im Nu. Ein Gespräch folgte dem nächsten und ich wechselte immer wieder die Gesprächspartner. Es war einfach eine schöne Runde. Dann kam es zur Geschenk-Überreichung und Susanne hatte für Niko eine mega schöne Geschichte geschrieben. Wie sie sich kennen gelernt hatte und wie Niko sich im Laufe der Zeit geändert hatte bzw. gewissen Eigenschaften stärker hervor getreten waren. Echt schön. Danach kam das Abendessen, welches die Hüttenwirte Marlis und Sandro echt gut zubereitet hatten. Es gab Suppe, gefolgt von Lasagne und dann Eis. Man merkte einfach, dass Sandro aus der Gastro kam. Danach folgte eine Weinflasche der anderen und am Ende noch ein Schnaps. Perfekt. Zufrieden, fertig und glücklich gings dann für alle langsam ins Bett. 

Der nächste Tag war dann vom Aufstehen her gar nicht so schlimm. Obwohl gut was durch ging waren wir alle fit. Wir frühstückten und die anderen machten sich ran an die Tagesplanung. Irgendwann hatten sie die perfekte Wanderung für sich gefunden und ich hab mit Sandro ausgemacht, dass er mich mit dem Quad zur Bahn fährt. Perfekt. So machten wir uns alle Ready und ich bestieg das Quad. Ein letzter Blick noch zurück zur Hütte, den Bergen und diesem speziellen Gefühl in der Früh aus der Hütte zu gehen und die Bergluft einzuatmen. Danach gab Sandro anfangs noch zurückhaltend Gas, später dann Vollgas. Schon cool, was so ein Kettenquad alles kann. An der Bahn verabschiedeten wir uns und ich nahm den Hörer in die Hand um die Talstation anzurufen. Danach gings easy runter und zurück zum Auto. Boah. Ganz schönes Abenteuer. Da die Wanderung von den anderen in Biel endete und sie dann die Seilbahn nach Brügg runter nahmen quartierte ich mich im „der GASTHOF“ ein und machte es mir dort gemütlich. Ein Kaffee, eine Schorle, das X Peaks Buch von Chrigel Maurer und Peter von Känel und die Männerabfahrt in Crans Montana auf dem Fernseher machte es zu einem rundum gemütlichen Vormittag. Gegen Mittag meldete sich die anderen, dass sie auf dem Weg runter waren. Als sie unten waren, kam Niko schnell rüber, wir zahlten und ich nahm die Fahrer mit zurück nach Spiringen, da sie dort die Autos stehen hatten. Danach ging es wieder nach Brügg, wo wir alle einsammelten. Wir überlegten kurz wie wir es am geschicktesten mit dem Essen machen sollten und entschieden uns dann dafür doch noch im Gasthof zu Mittag zu essen. Anschließend verabschiedeten wir uns von allen und Albi, ich bzw. Niko mit Familie fuhren zu ihnen nach Wald zurück. Die Autofahrt war echt schnell vorbei, dank den super Gesprächen mit Albi. Beim Niko angekommen versorgten wir erst die Kids, dann uns mit dem Flötziger und dann machten Albi und ich uns auf um noch Käse für das Abendessen zu kaufen. Wir fuhren nach Wald zur Reiferei, dem Käseladen. Es machte einfach Spaß hier einzukaufen (auch wenn wir gut Geld ließen). Neben meiner Verletzung beschäftigte mich parallel viel der Gedanke um das Rausziehen. Wir hatten uns eine Wohnung in Aschau angeschaut und eigentlich war diese ganz gut. Also schon so, dass wir ja sagen würden, aber meine Veränderungsangst machte mir parallel stark zu schaffen. Dann gab es doch wieder so Momente wie in dem Käseladen und ich dachte mir, wann war ich das letzte mal in München so voller Spannung und Freude einkaufen gewesen. Auch als wir wieder zurück bei Niko waren unterstützen mich alle bei den Gedanken und Diskussionen rund ums raus ziehen. Niko, Albi und ich gönnten uns noch draußen an der Feuerstelle ein Bier, mit dem Blick über Wald und planten schon Nikos Geburtstagsgeschenk. Die Bikereise in die Alpen. Danach folgte das leckere Raclette und noch weitere schöne Gespräche. Fertig vom ganzen Tag ging es dann eher früher ins Bett. 

Am nächsten Tag frühstückten wir noch gemütlich, eigentlich auch länger als gedacht, so dass die anderen ihre Planung über Bord warfen und nicht mehr Spazieren gingen. Das Wetter war auch komisch neblig. Doch schweren Herzens verabschiedete ich mich gegen Mittag von allen und verließ Wald eigentlich nur mit schönen Gefühlen. Es sich doch einfach schön alte Freunde wieder zu sehen, bisschen über andere Dinge zu reden und auch deren Unterstützung zu spüren. Danke, dass ihr da seid. 

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