Am 27.02. (und auch nur dank guter Connections) habe ich einen Termin im OCM bei Fr. Dr. Stöhr bekommen. Sowohl der Keinath wie auch die OSPhysio Jungs konnten sie nur empfehlen. Sie machte auch einen super Eindruck, schaute sich alles an, motzte über das schlechte MRT und ihre Diagnose stand schnell fest. Meniskusriss und vorderes Kreuzband durch. Gar keine Frage ob man operiert oder nicht. Natürlich. Ich selber war schon seit längerem auch dafür zu operieren. Ich hatte im Vorfeld mit einer Kletterin Kontakt, die ich über Instagram entdeckt hatte. Sie machte schon verrücktes Zeug (Mehrseillängen, Hochtouren, Gleitschirmfliegen, etc.) und hatte auch vor Jahren einen Kreuzbandriss. Sie gab mir wertvolle Tipps und auch sie riet mir eindeutig zur OP. Daher war es quasi nur noch eine Bestätigung. Ich bekam auch einigermaßen früh, keine zwei Wochen später, am 13.03., den OP Termin. Bis dahin hieß es aushalten und Aufbauen was geht. Somit besorgte ich mir im Fitnessstudio bei uns um die Ecke einen drei-Monats-Mitgliedschaft und ging so häufig es ging zum pumpen. Push, Pull, Beine. Ich merkte schon deutliche Fortschritte und redete mir ein es wird schon alles wieder. Mein Körper reagierte gut auf das Training, warum sollte er es später nicht mehr so machen. Dennoch blieb diese nagende Ungewissheit. Ich fing auch wieder das Arbeiten an und hatte damit zumindest Ablenkung. Als letzte aufbauende Maßnahme gönnte ich mir am letzten Sonntag vor der OP einen Day-Drinking Tag mit Alex, Manu und Daniel. Es fing im Xavers an und endete am Breznreiter, den ich allerdings besser überstand als die beiden. Die Spritz Tower sind schon echt gefährlich. Meinen Abschluss bildete dann der Bergwolf. Ach..was soll ich sagen. Meine Gedanken sprangen ganz wirr hin und her. Zum einen hatten wir Aschau fix gemacht. D.h. am ersten Mai sind wir nicht mehr in München. D.h. solche Tage waren dann Geschichte??? Wer weiß. Gleichzeitig halt auch mein Knie..was erwartet mich…wird mich überhaupt noch was in den Bergen erwarten? Ach…zum „Glück“ konnte ich das etwas mit dem Alkohol weg drücken.
Am Donnerstag war es dann soweit. Gegen Mittag fuhr mich Laura in die Klinik und wir verabschiedeten uns. Ich meldete mich an und kam relativ schnell zum Warteraum für die OP. Ich glaub ich hab keine viertel Stunde gewartet, dann wurde ich aufgerufen. Kleidung ablegen, OP Kittel anziehen, Vorbereitungsraum. Trombosespritze, das zu operierende Knie wurde gekennzeichnet und rasiert. Dann wurde ich schon in die OP Schleuse gebracht. Alle Zugänge wurden gelegt und der Narkosearzt verabreichte mir schon einen Nervenblocker im Knie. Danach kam noch Frau Stöhr, begrüßte mich, wir sprachen nochmal kurz über die OP und dann gings schon rein. Alter…dieses Gefühl so kurz davor ist mega ätzend. Ich half noch mein Knie zu positionieren und dann spritze mir der Anästhesist die Narkose. Das nächste an was ich mich erinnere sind große Schmerzen. Ich wachte im Aufwachraum auf und merkte einfach wie mein gesamter linker Oberschenkel brannte. Der gesamte Muskel war angespannt und brannte. Ich bekam schnell die ersten Schmerzmittel (Oxycodon) und Ibu. Es besserte sich langsam. Nach etwa einer guten halben Stunde kam Fr. Stöhr, meinte alles wäre gut verlaufen und danach wurde ich auf die Station gebracht. Ich telefonierte kurz mit meiner Mutter und Laura, die mich dann auch noch besuchte. Ich war richtig froh sie wieder zu sehen und auch, dass die OP durch war. So richtig geil gings mir nicht, daher blieb Laura auch nicht lange. Ich lernte meinen Nacht-Krankenpfleger kennen, der Bosnier war und wir uns auf anhieb gut verstanden. War auch nötig, denn ich klingelte ihn insgesamt viermal in der Nacht raus, da die Schmerzen zu groß waren. Er verabreichte mich diverse Schmerzmittel von Tabletten, hin zu Oxycodon und Ibuprofen intravenös. Auch die Nacht ging mal vorbei und schon um halb sieben war die erste Assistenzärztin da. Sie begutachtete alles, zog die Drainage und wechselte den Verband. Danach gab es Frühstück, dann Röntgen, danach einen witzigen (aber etwas notgeilen) italienischen Physio, der mit mir die ersten Übungen machte. Es war nicht mal Mittag und Laura war schon da und konnte mich abholen. Zu Hause fiel ich nur ins Bett und versuchte eine Position zu finden, in der das Bein nicht all zu sehr schmerzte.
Die nächsten Tage waren nicht so geil. Ich durfte noch nicht auftreten (erst in zwei Wochen wieder) und war damit voll auf Krücken angewiesen. Laura versorgte mich zum Glück und ich merkte wie es mir von Tag zu Tag etwas besser ging. Laura musste ab Montag auf einen Workshop, versorgte mich aber mit allem bis dahin. Auch die Woche über war eigentlich voll geregelt, da mich Floh und Claudi besuchten, was eine mega nette Abwechslung war. Damit vergingen langsam die ersten zwei Wochen, die echt mal wieder sauber ätzend waren. Seit dem 27.03. darf ich auch wieder aufsteigen, was sogar geht. Natürlich fehlt es an allem, von Mobilität und Muskeln und Schwellung ist sowieso noch ein wenig da, aber es geht aufwärts. Physio hab ich seit einer Woche und Fäden sind auch schon draußen. Wir nähern uns so etwas wie „Normalität“ bzw. „the new normal“.
Aktuell bin ich in so einen Mischzustand. Ich weiß nicht ob ich mir als Motivation große Ziele, mit der Angst/Gefahr, diese doch nicht zu erreichen. Oder ob es besser ist einfach nicht nachzudenken, in den Tag zu leben und alles was kommt als gut anzusehen. Hat halt die Gefahr, dass man evtl. unter seinen Möglichkeiten bleibt. Ich weiß es nicht. Meine Ängste/Zweifel sind zumindest etwas gemildert als ich mit Fabi Buhl hin und her geschrieben habe und er auch eine noch viel schlimmere Knieverletzung hatte und zurück ist. Wenn ich sehe was er macht…..da würden mir 10% reichen. Motivation ist schon da, aber was auch stark an meinen Nerven zerrt ist einfach die Tatsache, dass nichts planbar ist. Wird Dänemark gehen? Wird überhaupt was im Sommer gehen…oder doch erst Lefkada? Was wird der größere Urlaub sein, usw. So viel Fragezeichen und man muss, wie es neudeutsch so schön heißt auf Sicht fahren. Zumindest habe ich mit dem Umzug nach Aschau ein festes Ziel vor Augen und ich glaube bis das nicht durch ist, plane ich auch nichts für danach. Reha läuft, Trust the process und danach sehen wir weiter. Fest steht…es geht auf alle Fälle weiter.
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