21.06.2025: Sonnwendfeuer


Endlich mal wieder war ich fit genug für ein kleines Abenteuer. Zudem ergab es sich perfekt, dass sowohl Sonnwendfeuer in der ganzen Kampenwand Region war wie auch gutes Wetter. Ideal. Da wir schon ahnten, dass es voll werden würde entschieden wir uns dafür mit den MTBs zur Steinlingalm zu fahren. Bei schönstem Sommerwetter gings zuerst Bergauf Richtung Maisalm. Hier strampelte ich mir schon gut einen ab und musste einmal Pause machen. Von der Maisalm ging es den üblichen Forstweg weiter hoch. Hier trafen wir dann auch auf immer mehr Leute, die entweder zu Fuß unterwegs waren oder über 95% der Biker mit eMTBs. Ich ließ mich nicht davon beirren, dass mich gefühlt jeder überholte. Ich strampelte in meinem Tempo weiter und redete mir immer ein „Ich bin verletzt, sie nicht“. Der Weg fühlte sich zach an und kurz vor der Gori am Steilstück war schon die erste Ablenkung, wie ein anderer Wanderer erkannte. Das Liftstüberl warb mit Currywurst und Pommes. Sein trockener Kommentar darauf „Hier versuchen sie uns schon zu brechen“. In der Tat. Ich schob das Steilstück hoch und kam dennoch außer Puste an. Auf der Gori machten wir dann erst einmal Pause. Wir gönnten uns einen Kaiserschmarren mit ein paar Bier. Ideal um so gestärkt weiter zu fahren…nicht. Wir haderten kurz und entschieden uns dann doch dafür. Der Weg hoch war nicht leichter geworden. Ich schob dann bei der Schlechtenbergalm erneut und weiter oben wurde es dann endlich flach genug. Laura trat sauber durch. An der Steinling ergatterte sie oberhalb vom Holzscheiterhaufen noch einen schönen Platz und ich gönnte mir noch eine „Gipfelhalbe“. Mit der Zeit ging der Himmel vom hellen blau ins dunklere über und die untergehende Sonne färbte ihn zudem noch orange. Mehr als geil. Auch die Kühe merkten, dass irgendwas vorging und kamen zu uns Menschen immer näher. Dann ging es langsam in die Dämmerung über und das Feuer wurde angezündet. Witzig war, dass der „Anzünder“ aussah wie ein Klohäuschen. Die Jungs haben richtig gute Arbeit geleistet und das Feuer brannte schon bald lichterloh. Mega. Die Kühe wurden wie wir Menschen magisch angezogen und verdrängten dann schließlich auch diejenigen um in erster Reihe am Feuer zu stehen. Mega lustig. Mit Augen wie in Trance schauten sie in die Flammen und falls es so was wie Reinkarnation gab…will ich nix ausschließen. Man sah auch langsam überall in der Umgebung die Feuer angehen und es war schon ein richtig magischer Moment. Menschen versammeln sich am längsten Tag des Jahres und zelebrierten den alten Brauch. Es wurde dunkler, die Feuer heller. Vor allem das Feuer an der Gederer Wand war richtig beeindruckend. Keine Ahnung wie die Leute so viel Brennmaterial hoch geschafft hatten. Wir blieben bis das Feuer nur noch klein war und in etliche Glutnester übergegangen war. Danach hieß es langsam runter fahren. Also…langsam wars, weil wir zwischen all den Leuten einfach immer wieder Slalom fahren mussten. Wie eine Lichterkette spannten sich die Wanderer mit ihren Stirnlampen nach unten. Wir kamen mit den Bikes gut voran und es war ein gutes Gefühl nicht runter gehen zu müssen. So dauerte es keine 45 Minuten bis wir wieder zu Hause waren. Mega gepuscht durch das kleine Abenteuer verstauten wir die Bikes und gönnten uns auf dem Balkon noch ein Bierchen. Witzig…wie die Bahn eben noch beleuchtet war und der ganze Wald dank der Stirnlampen immer wieder aufblinkte. Gefühlt gingen noch Stunden später die Leute runter und wie gesagt, wir waren froh und es fühlte sich toll an einfach mit dem Fahrrad nach zu gefahren zu sein.