Ach ja..immer wieder Lefkada. Die Halbinsel verfolgt uns nun schon einige Jahre und ich freu mich immer wieder drauf. Das spannende ist, dass es immer irgendwie anders ist. Erst zum Kiten bzw. Wingen, dann Urlaub und Weiterfahrt nach Mammos Beach (auch zum Kiten) und nun zum Gleitschirmfliegen. Verrückt.
Ich war echt voller Vorfreude, aber auch Nervosität. Vorfreude, weil es natürlich mein erster richtiger Urlaub dieses Jahr war. Nervös, weil ich mir sorgen machte ob alles gut geht mit meinem Knie und auch generell mit dem Fliegen. Etwas gesteigert hat die Nervosität dann, dass Laura kurz vorher oben im Schlafzimmer umgeknickt war. Es fühlte sich alles an wie ein Kartenhaus, dass bei der kleinsten Berührung zusammen fallen konnte. Auch war es für mich komplett neu für eine Gleitschirmreise zu packen, bei der man mit dem Flugzeug hin fliegt. Zumindest was das Equipment anging wusste ich, dass ich einen neuen Duffel brauchte. Nachdem alles besorgt war, die Wettervorhersage gecheckt war (25Grad und mehr) und alles im Duffel war gings am Dienstagnachmittag los. Eine Mischung aus Vorfreude, Erleichterung und Nervosität machte sich breit. Am Flughafen parkten wir Spike auf einem Außenparkplatz und es ging mit der S-Bahn rein. Nachdem alles mittlerweile automatisiert von statten ging waren wir auch schon im Wartebereich. Ich erkämpfte mir ein Weißbier (bei dem einen Stand wurde die Zapfanlage gesäubert, am anderen gab es das Weißbier nur aus der Flasche) und wir fingen an den Urlaub zu genießen. Am Gate trafen wir dann Wolfi und den Res der Crew. Wolfi war auch erleichtert, dass wir uns die Epsis geholt hatten, was einige Flüge schon deutlich einfach machen dürfe. Ich verschwieg ihm in dem Moment, dass ich meinen noch nie geflogen bin. Der Flug selber war von der Aussicht her super. Freier Himmel und beginnendender Sonnenuntergang. Das Alpenvorland wurde in goldenes Licht getaucht und wir flogen sogar über Aschau rüber. Danach der Alpenhauptkamm und bei Triest ging die Sonne dann unter.
In Lefkada angekommen erwartete uns schon Akis mit seinem etwas abgeranzten Opel Vivaro und einem Renault Kangoo. Wir luden alles ein und in der Dunkelheit gings rüber nach Lefkada. Akis war ein witziger Typ irgendwie. Er hat lange in Deutschland gelebt und konnte damit gut Deutsch, allerdings im Slang, was total witzig war. Spacko und so. Nach Lefkada rüber gab es eine Besonderheit. Die Brücke war irgendwie eingestürzt und eine alte Fähre diente als Ersatzbrücke. Diese hat man ziemlich passgenau eingeparkt und beide Klappen aufgemacht, so dass man einfach rüber fuhr. Unsere Unterkunft war neben dem uns bekannten Kitestrand. Sie war einfach, aber ok. Nachdem wir unser Zeug drin hatten gings auch zum ersten mal Essen und was sollte es anderes geben als Gyros. Alleine dieses draußen sitzen, die lauen Temperaturen genießen war einfach Urlaub pur.
Am nächsten Tag hatten wir es nicht eilig. Wir stellten uns zwar den Wecker, aber nur um Dippen zu gehen und uns am Strand zu dehnen. Danach ging es zum Frühstück. Natürlich griechischer Joghurt. Danach fuhren wir zur Kathisma Beach. Piniengeruch wehte uns entgegen als wir auf der Straße über dem Meer waren..es war einfach herrlich. Am Strand selber stieg dann meine Nervosität. So richtig groß sah er nicht aus….so richtig viel Platz war dank den Sonnenliegen auch nicht…Ah..nicht übers Meer, nicht gegen die Wand, zwischen dem Volleyballfeld und den Schirmen landen…whaaa. Ganz schön viel Input. Anschließend fuhren wir hoch zum Startplatz. Das war ein gepachteter Platz vom Akis…am Ende war es aufgeschütteter grober Kies in einem alten Weinberg und darüber ein Netz gelegt. So richtig lang war der Startplatz nicht und brach doch gut vorne ab. Huhhh…ich ließ die ersten raus inkl. Laura und war dann voll im Tunnel. Ich wollte nicht gestört werden und konzentrierte mich auf mich. Als ich ready war halfen mir die anderen kurz den Schirm auszulegen und Wolfi stand vorne. Als eine gute Ablösung kam zog ich auf und lief los. Der erste Flug seit Anfang August als ich mir bei der Landung die Außenbänder gerissen habe, mein erster Flug mit dem neuen Epsi, mein siebter Flug seit meinem Kreuzbandriss. Der Schirm flog gut, aber ich kannte die Umgebung halt nicht, manchmal trug es mega gut, manchmal sackte ich gefühlt nur durch. Ich erreichte die Antenne und sah dann auch schon den Strand…boah..ich bin noch hoch..wie baue ich Höhe ab…boah…alles eng, nein, nicht gegen die Wand fliegen, nein, nicht übers Meer fliegen. Irgendwie gingen mir tausend Sachen durch den Kopf und machte alles etwas unentspannt. Ich visierte eine Lücke an und tatsächlich traf ich diese auch fast bei der Landung. Viel wichtiger war aber, dass mein Knie und mein Sprunggelenk hielten. Boah…erster Flug. Ich war mega froh und aber auch nervlich fast am Ende. Unter einem Sonnengeschützten Parkplatz packte ich zusammen, schwitzte aber mehr als oben. Nachdem wir kurz was getrunken hatte fuhren wir auch schon wieder hoch zum nächsten Startplatz..Der Wind hatte etwas gedreht und war auch einen tick schwächer geworden. Es war die Wall bzw. Big Blue. Dort war ein anderer Grieche, der sich mit Akis das Revier teilte, Giannis. Ein etwas fertiger Typ, der einfach nur laberte, aber auch irgendwie witzig war. Man erklärte uns kurz den Startplatz und dann auch den Flug. Wer wollte konnte an der Wall Thermik suchen, sonst gerade raus. Laura bog kurz links zur Wall ab, ich flog direkt raus. Das war dann ein Flug den ich deutlich mehr genießen konnte. Der Start lief gut (auch wenn ich immer noch nervös war), die Luft war dann ruhig und nur vorne am Strand merkte ich die Thermik, die aber mehr als willkommen war. Einfach schön. Das blaue Meer, die Berge rechts…genial. Auch der Strand sah dieses mal größer aus und die Landung war ok. Besser als beim letzten mal. Erleichtert, zufrieden und glücklich konnte ich den Tag nun im Kopf abschließen. Ich grinste innerlich nur noch obwohl ich nach außen sehr verschlossen war, da ich mir selber erst mal über alles klar werden musste. Den Abend verbrachten wir dann bei uns in der Nähe, bei einem schönen Sonnenuntergang und gutem Essen.
Am Donnerstag war dann der Wind etwas zickig. Erst am späteren Nachmittag sollte er gut genug sein zum Fliegen, so dass wir den Tag für Sightseeing nutzten. Wir fuhren vor zu den Windmühlen…zu viel Wind aus der falschen Richtung, danach gings hoch zur Zombie Base, die wir ja auch schon kannten. War mal wieder cool hier zu sein und die Location zu sehen. Weiter gings zur kleinen Kapelle (Ekklisia Profiti Ilias – Church of the Prophet Elias) und von hier dann auf de Westseite bis zum Kiosk beim Paradise View und weiter nach Porto Katsiki. Das Meer und die Stimmung waren heute atemberaubend. Hellblauer Himmel und das Meer leuchtete in unterschiedlichsten Blautönen. Einfach wunderschön. Es war wirklich wie ein kleines Paradies hier. Leider holte uns die Realität am Katsikis Strand hart ein. Ein überfüllter Touristenort. Parkplätze teurer als in München und unten Menschen, die keine Rücksicht aufeinander nahmen. Wahnsinn. So blieben wir nur eine gute Stunde, sprangen ins Meer und versuchten zumindest das Wasser zu genießen. Danach gings im „schön“ temperierten Bus zurück Richtung Gialos Beach bzw. zu einem Startplatz in der Nähe. Ich sag mal so..es war eine Art Startplatz. Eigentlich war es eine Mülldeponie, bei der nur die Mitte etwas frei geräumt war, um zu starten. Wir machten uns bereit und es war insgesamt nicht ohne. Die erfahrenen Leute gingen zuerst raus und selbst bei denen wurde es mit der Zeit immer schwieriger. Laura hatte noch Glück rausgekommen zu sein. Irgendwann sagte dann Wolfi, dass die Bedingungen zu hart seien und wir abbrachen. So packten wir anderen noch unser Zeug zusammen und es ging zurück zum Strand. Dort trafen wir die anderen und während ein Teil noch den Wind nutzte um Groundhandling zu üben, machte wir uns daran unter dem Sonnendach Schutz zu suchen. Hier genossen wir noch den Abend bis es dann wieder zurück zur Unterkunft ging.
Freitag hatten wir Ostwind, was für Lefkada echt schlecht ist. Es gibt nur einen Landeplatz im Osten und dieser war nicht gut, da es ein kleines umzäuntes Fußballfeld war. Daher entschieden wir uns aufs Festland Richtung Louros zu fahren. Es ging früh los und nach etwas einer Stunde Fahrt waren wir endlich am Café, wo wir uns Frühstück und Kaffee gönnten. Danach ging es in ein Seitental rein und ab auf ein Feld, welches unser Landeplatz war. Das sah zunächst gut aus. So wie man es halt kennt. Große Felder, kaum Bewuchs drauf, nur so mit Gebüsch abgegrenzt von den anderen Feldern. Perfekt. Anschließend ging es erst eine Straße, dann einen Schotterweg hoch. Der Startplatz war neben einem verlassenen Spielplatz, den man wohl hier neben einer Kapelle/Kirche mal gebaut hatte. Wer aber 600hm hoch fährt, um dann dort mit seinen Kindern zu spielen, erschloss sich mir nicht ganz. Der Startplatz war auch eher verwahrlost. Kein Netz oder ähnliches, nur viele stechende Pflanzen. Wir versuchten den erst mal so sauber wie möglich zu bekommen, Akis baute die Windfahne auf und wir machten uns langsam bereit. Vorteil war, man sah den Landeplatz von hier. Es wurde wärmer, die Thermik nahm zu. Einig der Wind zickte noch etwas, legte sich dann aber. So starteten wir. Die ersten hatten gleich richtig gut Aufwind und nutzten diese für lange Flüge. Laura hatte auch gleich einen Bart erwischt und schraubte sich schön hoch. Ich startete und war mal wieder mega nervös. Gleich nach dem Start zog es mich hoch, was sich aber alles ok anfühlte. Ich machte ein paar Kreise, flog rüber zur Laura, aber erwischte nicht ihren Bart..Ich merkte dann aber, dass es plötzlich gut runter ging. Etwas nervös, ob ich es bis zum Landeplatz schaffte machte ich mich in seine Richtung auf. Es hob mich zum Glück immer mal wieder, aber gegen Ende wurde es knapp. Ich hatte eine längere Strecke mit um die 100m über Grund und gefühlt konnte es jederzeit kippen. Das machte mich schon deutlich nervös, vor allem weil einige vor mir schon irgendwo gelandet waren. Ich scannte die Umgebung ständig und überlegte mir im Sekundentakt wo den eine gute Landestelle wäre. Zum Glück schaffte ich es über die große Straße und war über den Feldern. Damit war ich Safe, hier konnte ich überall landen. Ich peilte zwar unser Feld an, aber es war mit dem Talwind auch echt schwer einzuschätzen ob es sich ausgeht, so dass ich ein Feld davor genommen habe. Die Landung war ok..jetzt kein Meisterstück, aber nach dem nervenaufreibenden Flug gut genug. Ich war mega froh, packte zusammen und machte mich auf einen Durchschlupf durch das Unterholz zu finden. Das ging dann leichter als gedacht und war bei Laura und Sabrina. Die anderen waren entweder noch oben oder verteilt unten. Mit der Zeit kam dann auch Chris zu uns, der von krassen Begegnungen mit großen Hunden, die er erst für Kälber gehalten hatte, berichtete. So hatte jeder sein Abenteuer zu erzählen. Wir trafen den Rest vorne an der Straße, jeder konnte noch gut landen und war unverletzt. Sehr gut. Wir entschieden uns für eine Pause und fuhren nach Louros zurück. Dort gönnten wir uns Snacks und Getränke bevor es wieder hoch ging. Der Wind war leider zickiger, so dass wir keinen weiteren Flug mehr machten und nach Hause fuhren. Am Balkon gönnte ich mir ein Abschlussbier und sog die anfangenden Abendstimmung in mich auf. Am Abend hatte Wolfi in Lefkada im Mazi einen Tisch für uns reserviert, so dass wir seinen Shuttleservice gerne in Anspruch nahmen und den lauen Abend bei super Essen genossen.
Samstag folgten wir unserem schon üblichen Morgenritual und gingen in der Früh nach dem Aufstehen vor zum Strand, machten unsere Dehn-Session und gönnten uns den Sprung ins Wasser. Es war schon herrlich. Zunächst erfrischend und sobald man sich an die Temperatur gewöhnt hatte richtig angenehm. Dazu dann der Blick rüber auf die Bergkulisse, die Windräder und das Meer. Herrlich. Nach dem Frühstück gings erneut Richtung Louros. Es war immer noch Ostwind vorher gesagt. Oben am Startplatz startete zwar einer der Kumpels und Tandempiloten von Akis, für den war das alles kein Problem. Uns stellten die Bedingungen schon vor Herausforderungen. Es gab immer wieder Ablösungen, die von vorne kamen und gut waren, doch auch einen stärkeren Nordostwind, der für einige Klapper sorgte. Es war noch eine andere Ösi-Gruppe mit Giannis dabei und die legten einige fiese Starts hin. Ich entschied für mich, dass heute nicht der richtige Tag zum starten war. Laura haute sich aber raus und hatte einen guten Flug (im Sinne Thermik), aber auch ruppig. Wir packten irgendwann zusammen als klar war, dass heute keiner mehr hier startete und fuhren runter nach Mango Beach bei Kanali. Dort zeigte uns Akis seinen Groundhandling Platz und tatsächlich war der Wind günstig dafür. So packten wir aus und fingen an auszulegen. Irgendwie war dann schon schnell klar, dass nicht jeder Platz hat und es war ein wildes Gewurl. Nicht wirklich angenehm. Ich versuchte ein paar Übungen mit Anleitung von Wolfi, aber es war einfach frustrierend, wenn man nicht den Platz hatte. So packten Laura und ich zusammen und gönnten uns das teuerste Getränk an der Bar. Irgendwie 5€ für ein 0,33l Bier ist schon frech. Dafür konnten wir zuschauen wie für eine Hochzeit alles vorbereitet wurde. Anschließend gings zurück zur Unterkunft und bei uns an der Strandbar gönnten wir uns ein super Abendessen mit dem besten Sonnenuntergangs-Blick. Herrlich.
Der Sonntag war dann für mich irgendwie für den Arsch. Ich hatte schlecht geschlafen, fühlte mich elendig platt. Dazu kam, dass ich die Busfahrt Richtung Gailos Beach überhaupt nicht vertrug. Ich bekam Kopfschmerzen und ich war einfach durch. So ließ ich die anderen starten und blieb unten am Strand. Ich gönnte mir ein paar Colas und hoffte auf Besserung. Es wurde zwar besser, aber nicht richtig gut. So ließ ich auch den zweiten Flug aus. Puh…war schon schwer die anderen fliegen zu sehen, aber mit dem Unwohlsein und den Kopfschmerzen war es mir einfach zu heikel. Ich Quatschte dafür viel mit Wolfi. Für den Abend hatte Giannis ein super Restaurant für uns klar gemacht (Akis war kurz nach Hause gefahren, weil es dort ein Problem gab und Giannis sprang ein), das T’Aloni. Viele regionale Gerichte, was sich alles mega anhörte. Leider kam es dann am Ende zu logistischen Schwierigkeiten. Dirk hatte es nicht zum vereinbarten Landeplatz geschafft und wir fragten uns wo er blieb. Wir versuchten ihn zu erreichen, kein Empfang. Auf Burnair war er auch nicht zu sehen, andere Leute die Giannis am Strand kannte haben auch keinen Flieger gesehen. Dirk war kurzzeitig weg. Wir überlegten schon Rettungspläne, Bootsrettungen usw. Dann gab es endlich ein Lebenszeichen. Er war gut gelandet, war aber am Arsch der Welt. Wolfi machte sich auf ihn aufzusammeln. Wir anderen fuhren währenddessen hoch zum Restaurant. Giannis kannte keine Gnade und oben angekommen war uns allen erst einmal mittelmäßig schlecht. Wir genossen dafür dann den wunderbaren Ausblick von der Terrasse aus. Es war herrlich. Die Tische waren teilweise mit Wein überwachsen, dazu kleine Lichterketten zwischen den Blättern, die lauen Temperaturen..herrlich. Irgendwann beschlossen wir doch anzufangen und gönnten uns das beste Essen soweit. Ich hatte eine Lammhaxe, die ein Traum war. Zwischenzeitlich kamen auch Wolfi und Dirk zu uns, ersterer sichtlich angefressen, weil er Umwege fahren musste. Naja..Wir ließen uns den Abend nicht mit der Stimmung versauen und genossen es richtig. Abende in den Bergen haben was, es war einfach cool hier ursprünglichere Gerichte zu bekommen und „normaler“ zu essen. So muss Urlaub sein. Auf der Rückfahrt versuchte ich etwas zu schlafen, zum Glück fuhr auch Wolfi, so dass mir nicht mehr so schlecht wurde.
Der Montag war quasi unser vorletzter Tag. Wie immer machten wir unser Morgenritual und ein wenig Wehmütigkeit setzte ein. Ich genoss es diese Freiheit zu haben hier am Strand meine Übungen zu machen und frei zu sein. Parallel sah ich auch viele Camper, die sicherlich hier Urlaub/Sabbatical machten. Natürlich überlegte ich mir..werden wir auch mal so. Wenn es kalt wird einfach Richtung Süden und so am Strand leben? Der Wind war heute super angesagt, so dass wir zu Akis seinem Startplatz fuhren. Dort machten wir uns alle bereit. Der Wind war etwas böiger und es schwieriger zu starten. Die ersten kamen noch gut raus, dann war ich an der Reihe. Leider passierte es dann. Ich zog auf, lief los und sah dann schon langsam die Kante auf mich zukommen. Ich machte noch einen Satz, aber irgendwie trug der Schirm überhaupt nicht und ich krachte bzw. sprang im vollen Lauf in die Büsche unter mir. Es krachte, ich drehte mich und blieb dann stehen. Ich fühlte in mich rein…es geht..erster Schock…aber nein, gerissen, gebrochen oder irgendwie anders beschädigt war aktuell nichts. Völlig ungläubig rappelte ich mich auf. Chris und Wolfi waren dann schon bei mir und halfen mir meinen Schirm aus dem Gebüsch zu holen. Irgendwann stand ich dann oben. Ich sortierte mich und merkte schon, dass meine Psyche hart angeschlagen war. Mehr mechanisch als überlegt machte ich mich dann irgendwann doch wieder bereit und ich startete dieses mal. Der Flug ging…ich hatte gut Luft unterm Arsch, flog bis Kathisma Beach, baute gestresst Höhe ab und die Landung war zwar in der Art in Ordnung, dass ich unten ohne Probleme ankam, aber einfach viel zu hoch war und ewig weit hinten landete. Ich war nervlich komplett durch. Laura wollte zu mir kommen, aber ich scheuchte sie weg. Ich packte zusammen und setzte mich in den Schatten. Ich war unzufrieden, nervös und kurz davor alles hin zu schmeißen. Nachdem ich mehrmals durchgeatmet hatte ging ich wieder zurück zu den anderen. Wir gönnten uns im Café einen Snack und eine Cola bevor es wieder hoch ging. Dieses mal war die Idee rüber zu fliegen nach Pefkoulia. Dort könnte man dann an den Hängen gut bei dem Wind Soaren. Meine Bruchlandung steckte mir arg in den Knochen. Ich zog mehrmals auf und brach alle Starts ab. Nichts lief. Ich hatte kein Gefühl mehr für den Schirm, ich hatte kein Gefühl mehr für mich. Ich packte alles zusammen und ging hinter einen Busch und ließ meinen Frust kurz freien Lauf. Ich hatte das Gefühl, dass ich meine Ziele nie erreichen werde. Die Idee und die Vorstellung vom Berg runter zu fliegen, in den Bergen zu sein, alles das löste sich innerhalb von wenigen Sekunden in Luft auf. Ich hatte das Gefühl meine Richtung, meine Ziele, meine Wünsche komplett zu verlieren und leer da zu stehen. Es fühlte sich schrecklich an. Ich sammelte mich nach einiger Zeit wieder kam zurück, aber es war klar ich bin heute so durch, dass ich nicht mehr fliegen will. Ich half den anderen noch beim Start und machte mich dann mit Wolfi auf zu den anderen. Wir sammelten Dirk dazwischen auf, der etwas rum gespielt hatte und vor Kathisma bei Milos Beach gelandet war. Irgendwie nervig, weil es gab keine Autoverbindung dorthin. Somit packte er sein Zeug zusammen und ging zu Fuß Richtung Agios Nikitas. Nachdem wir ihn eingesammelten hatten fuhren wir zum Libre Café und gönnten uns dort Snacks und Getränke bis alle irgendwann landeten. Akis machte mit seiner Drohne Aufnahmen und irgendwie war jeder gut beschäftigt. Ich selber beruhigte mich wieder bzw. schob das Problem soweit beiseite, dass ich den Rest des Abends noch genießen konnte. Laura hatte einen mega Flug und am Ende war es ihr schon fast zu langweilig geworden die ganze Zeit nur links und rechts zu fliegen. Dafür war die Stimmung mit dem goldenen Licht, der Sonne und dem Meer einfach genial. Wir gingen am Abend wieder in das Restaurant hinter Telegraphos und gönnten uns ein üppiges Abendessen zusammen.
Leider machte sich das Essen in der Nacht bemerkbar. Erst musste ich auf die Toilette und mich übergeben, danach Laura. Wir lagen nur rum, waren irgendwie im Halbschlaf und versuchten einfach nur zu überleben. Ätzend. Ich weiß gar nicht wann ich das letzte mal eine Lebensmittelvergiftung hatte. In der Früh ließen wir das Dehnen aus und sagten auch den Rest des Tages ab. Zeitlich meldete sich auch noch Dirk und Trixi..denen ging es auch nicht gut. Der Rest ging fliegen. Mit Sorge schauten wir Richtung Flug heute Abend. Falls es Turbulenzen geben sollte, wird es kein Spaß. Gott sei Dank besserte sich die Situation. Wir hatten uns Drogen eingeworfen und irgendwie gingen die Schmerzen und die Übelkeit zurück. Das platte Gefühl und die Kopfschmerzen blieben. So verbrachten wir einen etwas gequälten Tag und packten mit Ach und Krach unsere Schirme und unsere Duffels. Als die anderen zurück kamen hörten wir, dass es eine fiese Notlandung von Volker gab, da er Null auf Wolfi gehört hatte. Naja….Zum Glück nur eine gerissen Hose und eine Schnittwunde. Wir genossen noch den späten Nachmittag, bevor wir uns von der Unterkunft verabschiedeten und Akis uns zum Flughafen fuhr. Wir waren noch wacklig auf den Beinen, gingen durch die Sicherheit und ich gönnten mir erst danach was zum Essen. Der Flug selber war dann zum Glück ruhig. Am Flughafen war unser Zeug schnell da und wir verabschiedeten uns von allen bevor mich noch Dirk bis zu unserem Auto fuhr und wir im Anschluss nach Aschau zurück fuhren.
Boah…Lefkada ist durch. Mein erster Urlaub nach dem Kreuzbandriss. Dazu dann noch extrem herausfordernd für mich. Was bleibt? Eine mega Stimmung…ein mega Erlebnis die Insel und alles von oben zu sehen. Dazu auf dem schmalen Streifen Strand zu landen. Zwischen Meer und Fels..bisschen wie mein Leben. Eine Mischung aus beiden und ich dazwischen. Dann mein fieser Start-Absturz, der zum Glück nur seelische Wunden hinterlassen hat. (Mal von den Prellungen, die ich am nächsten Tag erst gemerkt habe, abgesehen). Ich habe wieder mal viel gelernt bzw. erst einmal viel Input bekommen. Diesen muss ich erst noch verarbeiten. Bin ich damit schon durch. Noch lange nicht. Zweifel und Ängste begleiten mich immer noch. Sind meine Ziele zu hoch? Mache ich zu wenig dafür? Werden es alles immer nur Träume bleiben…das kann ich alles noch nicht beantworten. Ich weiß nur Lefkada war mega.

