Nach Nacht ging gut vorüber, nur der Morgen war etwas komisch. Neben uns hatte sich ein altes Ehepaar mit ihrem Caddy hingestellt. Leider hatte die Frau eine dermaßen penetrante und unangenehme Stimme, die gefühlt alles durchbrach. Ich wurde daher oben im Aufstelldach schon bald wach und verkroch mich nach unten zu Laura. Auch während dem Frühstück hatte ich das Gefühl, dass die immer zu uns rüber schaut…naja. Auch solche Menschen muss es geben. Wir frühstückten in Ruhe und gingen danach nochmal vor zum Strand. Der Peler hatte eingesetzt und schon vielen uns Steffens Worte ein. Man könnte doch mal den Frühwind mitnehmen. Heute definitiv. Schon krass wie die Leute umher zischten. Egal ob mit Wing oder Windsurfer (auch auf Foils). Dazu die kleinen Boote, die auch immer mehr Foils dran hatten. Wir schauten dem ganzen zu und ich muss schon zugeben, etwas Sehnsucht nach dem Wassersport kam auf. Oder war es das Unterwegssein? Irgendwann mussten wir uns dann doch los reißen und fuhren los. Unser Ziel war Brentonico. Ein kleines Dorf südlich von Mori in den Bergen. Unter anderem bekannt für eine Teilstrecke vom Giro de Italia. Wir zogen mit Myr den ersten Teil der Etappe hoch und parkten an einem wunderschönen Womo-Stellplatz. Es war zwar noch ordentlich frisch, aber sobald die Sonne aufkam ging es. Wir machten die Bikes ready und starteten. Ziel war zunächst Polsa. Wir kurbelten mit den Gravels gemütlich die Straße hoch, die genau die richtige Steigung hatte. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Dennoch gut anstrengend. Der Blick war mal wieder genial. Wieder mal eine Ecke, die wir normalerweise nie gesehen hätten. Wir hatten auf der einen Seite den Blick runter ins Etschtal mit Rovereto, dann der Blick auf die Rückseite vom Monte Baldo und dann noch der Blick rüber auf die Brenta Dolomiten. Einfach genial. Dazu noch dieses wunderschöne Herbstlicht. Wir hatten ein gutes Tempo, so dass ich auch immer wieder stehen bleiben konnte für Fotos. In Polsa angekommen machten wir kurz Pause und Laura widmete sich ihrer Hexenküche. Sie ging auf Beerenjagd und sammelte viele orange Beeren, die giftig waren, aber nicht mehr, wenn man sie kochte, ein. Wir fuhren am Skicenter vorbei und von hier wurde es mehr unser Stil. Also Forstwege, Geröll…etwas mehr Abenteuer. Wir kurbelten das letzte Stück hoch und machten kurz einen Abstecher zu Fuß zum „Corno della Paura“ rüber. Das war eine alte Geschützstellung aus dem ersten Weltkrieg. Was soll ich sagen, schon verrückt was die Menschen so gemacht haben. Schon irgendwie krass zu sehen, aber auch mit Kopfschütteln schauten wir uns alles an und gingen zurück zu den Bikes. Ich merkte schon ordentlich meine Beine und war froh als wir den letzten Aufschwung hinter uns hatten. Von hier sah man wieder mega gut den Monte Baldo mit der Bergstation und dem Gipfel. Schon reifte der Plan hier mal fliegen zu gehen. Weiter unten sammelte die keine Hexe noch weiter Beeren und wurde prompt für ihre Gier von der Natur mit Dornen bestraft. Danach ging es einem schönen Schotterweg folgend nach unten bis San Giacomo. Die Gegend…hatte ich schon gesagt…war einfach genial. Kleine Seen, dann die Berge, viel Grün…dazu in der Ferne die weißen Gipfel. Einfach genial. Ab San Giacomo waren wir wieder auf der Giro Strecke was hieß „Full Throttle“. D.h. wir ließen es runter richtig krachen. Das letzte Stück verging wie im Flug und wir waren wieder unten am Bus. Mega begeistert und fertig stellen wir die Bikes ab und gönnten uns in der letzten Sonne das TAB und machten uns auch noch was leckeres zu Essen (Nudeln mit Salsiccia). Danach..mussten wir der Wahrheit ins Gesicht sehen…der Urlaub neigte sich dem Ende zu. Wir packten alles zusammen und fuhren mit Myr wieder Richtung Heimat…Aschau.
Was bleibt…Ach..irgendwie schon eine Menge. Der Urlaub war ganz anders als geplant. Das ist sicher die erste Sache, die ich mitnehme. Planung ist gut, bis sie auf Realität trifft. Manche Sachen kann man nicht planen und sollte man auch nicht viel zu weit in die Zukunft planen. Im Hier und Jetzt sein..ist sicher eine weitere Lektion. Ansonsten..war der Urlaub auch einfach gut wieder unterwegs zu sein. Keine krassen Abenteuer (mal vom Corvatsch Flug abgesehen), aber so wieder rein kommen. Das Feuer wieder entfachen. Dafür war es definitiv gut…und natürlich für das mega gute Essen in Italien.

