27.11.2025: Jagerhoagascht


Irgendwie hätte wir es nicht besser treffen können. Ende November kam dann der Schnee und zwar ordentlich. Innerhalb von drei Tage verwandelte er die Landschaft in ein Winter Wonderland. Es gab eine geschlossene Schneedecke, die Bäume waren voll vom Schnee und selbst die Kampenwand hatte kleine Wechten gebildet. Ich glaub so gab es das letztes Jahr nicht. Perfekt zu dem Wetter war dann, dass wir auch den Jagerhoagascht hatten. Also die Wanderung mit dem örtlichen Jäger, dabei im Gespräch, bis hoch zur Hofalm bzw. Stuben. Als ich das Geschenk für Laura damals gebucht hatte, dachte ich nicht, dass es so schön wird. Pünktlich am Nachmittag riss der Himmel auf und es war strahlend blau. Voll geflasht gingen wir von zu Hause los Richtung Hammerbach. Schon hier mussten wir uns unzählige Male umdrehen und Fotos machen. In Hammerbach trafen wir dann auf die Gruppe. Wild zusammen gewürfelt, darunter der Maxi (unser Nachbar und Eventverantwortlicher) sowie der Sepp Rinnert, unser Jäger vor Ort und ehemaliger Nachbar. Natürlich war auch seine Hündin mit dabei. Unter den Gästen ein wilder Mix zwischen jungen Leuten, Auswärtigen 😉 und Leuten, die wohl zur Familie Cramer-Klett irgendwie gehörten. Im langsamen Tempo gingen wir dann los und gemütlich den Weg hoch zur Hofalm. Sepp erzählte immer wieder was vom Wald, von den Wegen und den Bebauungen die so außen rum zu finden sind. Natürlich auch von der Tierwelt und dem Nutzen der Hofalm. Insgesamt war die Stimmung einfach genial, also besser geht kaum. Der Wald war ruhig, nur das leise tropfen und fallen vom Schnee war hin und wieder zu hören, dazu dann unser Fußgestapfe. Einen kleinen Schneerutsch mussten wir meistern, der aber dank der Stapf-Arbeit vom Sepp kein Problem war. Oben erreichten wir dann die Biegung, die den Blick aufs Priental völlig öffnete und auch auf die Kampenwand. Was soll ich sagen. Die Sonne ging gerade unter und tauchte alles in ein rosa Licht. Dazu diese unglaubliche Schneelandschaft. Es war irre. Oben raus wurde es immer schneereicher und wir staunten nicht schlecht wie viel Schnee hier gefallen war. Mit der Gruppe gings dann an der Hofalm vorbei zur Stuben. Die Berge wurde immer rosaiger (kann man das sagen?) und die Stimmung immer besser. An der Stubn brannte schon das erste Feuer und wir bekamen Glühwein zum Empfang. Einfach genial. Die Leute gingen mit der Zeit rein während Laura und ich noch draußen blieben und einfach die Stimmung genossen. Genau hier fiel mir dann auf wie krass viel Schnee lag. Auf den Tischen war es sicher über ein halber Meter. Mal abwarten was der Winter bringt. 

Als uns dann doch zu kalt wurde verzogen wir uns auch rein und setzten uns zu einem anderen Paar dazu. Es spielte schon die Hausmusik, eine Combo von vier jungen Leuten, die traditionelle Musik, aber echt schön spielten. Danach ließen wir uns auf das Essen ein, welches Markus (auch ein ehemaliger Nachbar) dann kredenzte. Insgesamt war es ein wenig eine komische Konstellation von den Leuten. Die Hälfte vom Raum war von den Cramer-Kletts belegt, inkl. dem Sohn, also unserem Vermieter. Die andere Hälfte eben normale Menschen bis auf einen der sich einfach voll laufen ließ. Egal. Insgesamt ein echt schöner Abend, der vor allem zwei Sachen gemacht hat. Mehr Lust auf draußen und mehr Lust auf gutes Essen. Als das Essen dann vorbei war wurde es nochmal etwas wild. Gefühlt jeder machte sich zum Aufbruch bereit und die Shuttles waren etwas spärlich bzw. nur zwei Autos für gefühlt 60 Leute. Irgendwie schafften wir es dann doch uns in ein Auto zu sechst zu sneaken und fuhren runter zur Lederstube. Leider der falsche Parkplatz. Zum Glück war die Mutter vom Cramer-Klett (die übrigens ihr 150jähriges Bestehen hier feierten) dabei und sie musste nach Aschau inkl. noch zwei weiteren. Somit schafften wir es in ihren alten Subaru und kamen ohne Probleme in Aschau an. Sie wusste sogar wo wir wohnten und machte uns gleich mit einer Nachbarin bekannt, die Laura ein paar Tage später auch noch besuchte. 

Ach ja..eine ganz eigene Welt dieses Aschau. Man lernt ohne Probleme doch neue Leute kennen, erkennt aber, dass es gleichzeitig eine tiefe „Feindschaft“ zwischen Hohenaschau und Niederaschau gibt, die sich sogar bis zum Trachtenverein widerspiegelt. Verrückt. Aber scheeee.