Heute wollte ich es wissen. Ja, der Schnee war nicht mehr wirklich da, aber auf der Nordseite mehr als genug um eine Pistenskitour zu gehen. So fuhr ich mit dem Bus zur Talstation während Laura zur Brunni hoch lief um zu fliegen. Der erste Abschnitt ging wie beim letzten Mal. Tatsächlich ganz gut. Ich mochte das neue Setup und genoss sogar den Ziehweg hoch nach Untertrübsee. Das Kanonenrohr stellte mich dann kurz vor eine Herausforderung, nicht wegen der Steilheit sondern mehr, weil der Schnee fast nur der Kunstschnee war und dieser sich einfach nicht richtig verband und mehr nach unten rollte als hielt. Ich war aber nicht allein. Einige Skifahrer hatten auch ihre Probleme und schnallten sogar auf der Umfahrung vom Kanonenrohr ab und liefen dann runter. Verrückt. Ich selber merkte hier schon deutlich die Ausdauer. Ich war halt nix mehr gewohnt. Nach dem Kanonenrohr musste ich eine kurze Pause machen, die aber ob dem Schatten und der Kälte echt kurz ausfiel. Ich erreichte dann nach dem Endstück das „Flachstück“ bis zum Trübsee und tatsächlich war ich zwar fertig, aber es ging mir besser als gedacht. Ich zog das Stück noch durch und blickte immer wieder hoch auf die Bergspitzen..irgendwann wird’s wieder gehen. Es war eine verrückte Mischung. Einerseits wollte ich nicht zu viel darüber nachdenken, andererseits war ich zwischen Bangen und Hoffnung. Am Ende hatte ich es selber in der Hand. Ich musste einfach nur weitermachen. So motiviert erreichte ich ohne weitere körperliche Probleme den Lift und fellte ab…Geil. Die erste „ernsthafte“ Skitour seit dem Unfall. Es war ein schöner Tag, somit war die Aussicht hier oben schon geil, aber wie gesagt, es fehlte brutal an Schnee. Dafür war der Trübsee vereist und die Leute fuhren Schlittschuhe drauf. Schon auch geil. Das große Sulz hingegen war schon eher traurig. Aber es fanden sich doch ein paar Skifahrer, die runter kamen. Nächstes Jahr wieder, denn dieses Jahr fand ich die „Abfahrt“ von Skilift zur Gondelstation schon herausfordernd. Boah..ich war froh dann doch wieder in der Gondel runter zu sitzen, ohne Verletzung und es dennoch geschafft zu haben.
Zurück am Wohnwagen war auch Laura da und erzählte mir von ihrem super Flug. Die Startwiese ist zwar ein Matschloch und die Landewiese ein Eispanzer…aber dazwischen wars schön. Als ich das hörte war ich froh die Skitour gegangen zu sein. Wir stärkten uns kurz und nach einer kleinen Pause machten wir uns auch schon wieder auf. Denn heute öffnete die neue Boulderhalle in Engelberg und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Diese war genau gegenüber von der Skilodge im alten Post-Gebäude. Insgesamt haben sie es schon schön gemacht. Schön modern und auch den Platz gut ausgenutzt. Es waren zwar einige Boulder geschraubt, aber es war noch ordentlich viel Platz für mehr. Das Kilterboard war natürlich schon auch geil. So wärmten wir uns auf und fingen an zu ziehen. Tatsächlich war es auch mein erstes Mal Bouldern, also in einer Halle, seit dem Unfall. Was mich total freute…das Training zahlte sich aus Es fühlte sich stabil an, ich konnte gut ziehen und fühlte mich toll. Nur das unkontrollierte runterfallen ließ ich noch sein. Nach gut einer Stunde waren wir dann doch auch bedient. Wir hatten heute genug gemacht und belohnte uns mit einem Skildoge Burger, in unserem Lieblingsraum, der Bibliothek mit Blick auf die Skisprungschanze. Was ein schöner Tag!

