19.02.2026: Carrapateira


Der Wind war heute von Norden her angesagt, was für Cordoama überhaupt nicht passte…aber das machte nichts. Ich war mittlerweile so richtig in meinem Urlaubs-Modus angelangt. Die Sonne in der Früh tauchte die nun grünen Wiesen in ein so schönes Licht, dass es ich wirklich sagen muss, dass es malerisch wirkte. Ich machte sicher zig Fotos davon, aber schaffte es nie wirklich das Gefühl einzufangen. Auch Laura nutzte die freie Zeit etwas und zog ihre Pinsel raus und fing an zu malen. So Zeit zu haben, die Natur zu beobachten und im Hier und Jetzt zu sein ist einfach wunderbar. Wir beschlossen nach Carrapateira zu fahren, chatteten mit Till (Nelson hatte heute keine Zeit) und die waren auch schon auf dem Weg dorthin. So packten wir das Zeug zusammen und fuhren über die schöne Landstraße vor. Wie gesagt, was mit der Natur hier die letzten vier Tage passiert war, war einfach genial. Plötzlich kam überall das Leben raus. Wir fuhren vor zum Parkplatz an den Klippen und dort sahen wir die andere schon stehen. Hier hörten wir dann kurz den Bericht, dass wohl Ranger vorbei kamen und sie zurecht gewiesen hätten. Das hier sei Naturschutzgebiet und man durfte hier nicht starten/fliegen. Sie mussten ihre Personalien abgeben und beim nächsten Mal gibt es dann wohl ein Bußgeld. Hmpf….Somit war fliegen durch. Alles klar. Wir nutzten dann dennoch die Gelegenheit und gingen an den Klippen spazieren. Es war einfach schon beeindruckend mit welcher Wucht hier der Atlantik gegen die Felsen knallte, genauso aber auch die Ausblicke die Küstenlinie entlang. Es war schon schön einfach zwanglos hier zu sein. Ich spürte nicht ein Gefühl von „Verlust“ oder „Verpassen“. Ich war einfach hier, ohne Ziel und genoss alles im Moment. Anschließend gingen wir die Klippen runter zum Strand. Dieser war riesig und hatte schon fast Wüsten-ähnlichen Charakter. Dünen bauten sich bis zum Parkplatz auf und die Sonne tauchte alles in gleißendes Licht. Der kleine Surfshop sah fast aus wie eine Fata Morgana. Am Wasser angekommen gingen wir hier entlang und uns kamen auch einige Fisherman’s Trail Wanderer entgegen. Tatsächlich hatte ich diesen Morgen ein Gespräch mit einem Pärchen uns unserer Unterkunft genau zu dem Thema. In welcher Richtung geht man den Weg. Von Nord nach Süd oder umgekehrt. Will man die Sonne die ganze Zeit im Rücken haben oder im Gesicht. Schwierig. Was auf dem Rückweg noch witzig war war, dass die Flut einsetzte und im Flussdelta plötzlich so eine kleine Flutwelle rein kam Das sah schon cool aus und wir beeilten uns hier noch rechtzeitig rüber zu kommen. Gelang auch fast…Was auch noch cool war, mit der kleinen Flutwelle kamen auch plötzlich die Fische rein. Crazy. 
Der Tag war nun spät genug, dass wir Hunger bekamen. So gings zum Sítio do Forno, einen Restaurant mit wunderschönen Ausblick auf die Klippen. Was wir nicht gleich checkten, wir nahmen mal wieder das Google Spezial mit einer Abkürzung über eine Schotterstraße…nicht ganz so geil. Vor allem als wir oben ankamen und genau vor uns die gut asphaltierte Straße vorbei führte. Naja. Wir bekamen noch einen Tisch draußen und ließen es uns dann schmecken. Laura hatte Sardinen mit Kartoffeln, ich Bacalhau mit Kartoffelscheiben…mega…mega lecker. Als Abschluss noch ein Zitronentörtchen mit Espresso. Genial. Dazu dann das Rauschen des Meeres, der Wind, der Abkühlung schaffte und die Sonne die uns wärmte…Herrlich. Um das ganze noch zu verdauen gingen wir anschließend noch vor zu den Klippen und dann langsam zurück zum Auto.

Zu Hause in der Casa Nook verbrachten wir dann wieder einen entspannten Abend, quatschten viel mit den Bretonen und schauten uns von unserer Terrasse aus den perfekten Sternenhimmel an.