01.04. – 06.04.2026: SIV am Idro und Arco


Das langersehnte SIV Wochenende war gekommen. Leider doch wieder anders als gedacht. Laura hatte sich ja das Innenband verletzt und musste sich noch schonen. Dafür war ich fit. Also genau umgekehrte Rollen als letztes Jahr. Echt verrückt. Am Ende haben wir dann doch gesagt wir fahren, da das Wetter zumindest bombe war. Treffpunkt war für Mittwoch 13Uhr angesetzt. So machten wir uns in der Früh langsam mit Myr auf. Womit ich nicht gerechnet habe…war der heftige Schneefall über Nacht. Ich musste Myr erst ausbuddeln und fragte mich dann auf dem Weg über Sachrang nach Tirol ob ich denn das richte Equipment mitgenommen habe. Es fühlte sich echt mehr nach „wir fahren zu einer Skitour“ an als zum Gleitschirm fliegen. Auf der Autobahn wurde es dann langsam besser und der Brenner begrüßte uns nochmal mit gut Schnee…doch wie immer…die Südseite strahlte blau und war in der Sonne. Perfekt. Spätestens ab Bozen war kein Zweifel mehr da…es war Frühling. Perfekt. Für uns ging es dann in Trient schon ab Richtung Berge. Wir fuhren am wunderschönen Lago di Toblino vorbei bevor wir dann in Ponte Arche Richtung Tione fuhren. Es fühlte sich einfach genial an wieder unterwegs zu sein. So langsam kamen dann die bekannten Bilder vom letzten Jahr zurück und mein Kopf beschäftigte sich schon die ganze Zeit mit dem Fliegen. Am Idrosee angekommen checkten wir am Camping ein und bauten alles auf. Danach snackte ich noch kurz die Sachen, die wir im kleinen Alimentari gerade eingekauft hatten bevor es zur ersten Kurseinheit ging. Steff und Lukas kannte ich auch schon, die anderen waren natürlich alle Unbekannte. Nur Gunnar war noch dabei, von dem mir Laura schon letztes Jahr bei ihrer SIV erzählt hatte. Nach der üblichen Vorstellungsrunde merkte ich schon, dass die Gruppe komplett unterschiedlich war. Wir hatten Lukas dabei, der locker mal sagte, dass er schon über 300 Stalls geflogen war und mit einer 13er Susie hier runter will. Dann Leute die gut fortgeschritten waren und verrückte Manöver machen wollten. Dann auch welche, die Jahrelang ausgesetzt hatten und nun wieder rein kommen wollten und dann andere die Acro fliegen wollten. Dazwischen ich, der einfach nur mehr Sicherheit erlangen wollte. Mir fiel fast ein Stein vom Herzen, dass wir heute nicht mehr hoch zum Fliegen gehen würde. So stark hatte sich meine Flugblockade eingebrannt, dass mich das freute. Irre. Naja. Dafür schauten wir uns den Landeplatz an und gingen gefühlt alles mögliche durch. Ich wusste ja schon vom letzten Jahr, dass die Tage intensiv sind, aber das fing schon gut an. Wenigstens blieb die Pizza am Abend gleich. Hier kam dann auch Laura mit und es war fast wie ein Klassentreffen. Danach gings fertig ins Bett. 

Die Nacht zum Donnerstag war kalt und kurz. Um sieben Uhr trafen wir uns, fertig gepackt und ready zum fliegen. Es war nur ein kurzes Check-In, wie fühlt sich jeder, was haben wir vor usw. Danach packten wir unser Zeug in den Transporter und Roland fuhr uns hoch. Wie immer gings kleine, kurvige Straßen hoch, bei denen Gegenverkehr keine Chance hatte. Aber Roland machte das routiniert. Oben anbekommen nahm jeder sein Zeug und wir gingen ca. 50Hm noch den Hügel hoch bis wir rüber zum Startplatz gehen konnten. Die Landschaft und das Ambiente waren eigentlich genau das was ich mir immer gewünscht habe. Einsam, wild…atemberaubend. Der Idrosee unten, die weißen Berge im Hintergrund und alles wird vom weichen Licht der aufgehenden Sonne pastellfarben eingetaucht. Dennoch war mein Kopf durch. Ich kam zum Startplatz und sah nur eine steile unebene Wiese. Unzählige Möglichkeiten mich zu verletzen bzw. mein Knie wieder zu verletzen. Die anderen waren alle lockerer drauf und da der Wind noch nicht gut war fing das Parawaiting-Game an. Wir machten uns mehr der weniger bereit und warteten eben. Ich ging zig mal aufs Klo, mit der Zeit kamen weitere Flugschulen hoch und es wurde „wurlig“. Meinem Kopf tat das nicht gut. Um uns die Zeit zu verkürzen machte Lukas Theorie, wir lernten viel über das regionale und lokale Wetter. Stef war im Boot unten und funkte uns immer wieder den aktuellen Stand unten durch. Irgendwann starteten dann Gunnar. Der Flug sah ok aus, aber verlor viel und schnell Höhe. Gegen Mittag beschlossen wir dann nicht mehr es weiter oben zu probieren und fuhren eine Etage runter auf den unteren Startplatz nach Casali. Dieser war eine liebliche Wiese, so wie man es kennt. Wir entschieden dann, hier passt es besser und machten uns ready. Ein Teilnehmer flog schon raus, Mona war die nächste. Doch wir sahen dann schon, dass der Wind aus Süd zunahm und es insgesamt nicht gut aussah. Also trotz Startbaren Bedingungen hieß es Abbruch. Etwas frustriert, aber auch froh fast bereit gewesen zu sein, ging es wieder runter zum Camping. Dort machten wir Mittag und am Nachmittag ballerten wir uns wieder 5h Theorie rein. Zum Glück gab es immer wieder Espresso und Eis-Pausen. Ich habe oben mit Lukas auch über mein Kopfproblem kurz geredet. Irgendwann musst du es machen…aber ich weiß auch nicht warum ich so eine krasse Blockade habe. Gefühlt hängt es vor allem an äußeren Bedingungen. Also wie sehe ich mich selber, wie fühle ich mich, wie stabil ist alles um mich herum. Noch bringt mit Fliegen nicht die Entspannung/Ablenkung…es ist einfach ein zusätzlicher negativer Stressfaktor. D.h. es ist wie immer, nicht nur alleine das Fliegen. Ich verbrachte viel Zeit in meinen Gedanken, plus noch der Input von Stef….ich war am Abend einfach leer. Die Pizza half aber. 

Am Freitag war das Wetter etwas stabiler. Es ging wieder kurz vor 7 Uhr in der Früh los. Das war schon irgendwie unangenehm…krass fand ich dann doch, das Lukas vorher einen Run hoch zu Casali machte und von dort runter flog bevor er sich kurz umzog und dann um 7 Uhr mit uns im Briefing-Raum saß. Krasser Typ. Danach gings wieder hoch. Die Aufregung war ähnlich…jetzt aber schon so präsent und erdrückend, dass sich mich zwar nicht lähmte, aber ich sie nicht mehr verarbeiten konnte. D.h. ich war nervös wie verrückt, aber war dann doch fast Ferngesteuert. Also Schirm auslegen usw. Lukas half mir dabei..der Wind war schon ordentlich und ich war mega nervös. Ich würgte mich irgendwie raus und war dann in der Luft…boah…mein Herz war auf Anschlag…alles fühlte sich komisch an. Ich machte dann das, nachdem die Turbulenzen nach dem Start vorbei waren, was mir Stef und Lukas geraten hatten…Hang Loose. Arme einfach hängen lassen..genießen. Es war schön, aber mein Hirn lief auf Hochlast. Ich überflog den Grat und war über dem See. Danach machte ich mit Stef meine Übungen aus und flog eben Achter, Big Ears & Co. Die Landung musste ich dann alleine machen und auch diese ging gut, wenn auch nicht schön. Es fühlte sich echt so an als ob ich alles zum ersten mal machen würde. Zwar schön, aber auch irgendwie überfordert. Danach hieß es erst einmal runter kommen. Am Campingplatz aß ich was, quatschte mit Laura und ging nach Eis und Espresso zurück in den Theorieunterricht. Da die Vorhersage für den Abend gut war, entschieden Stef und Lukas sich dazu nochmal eine Runde hoch zu fahren. Ok…bisschen überraschend, aber gut. Zunächst war oben dann der Wind noch nicht optimal…mit der Zeit wurde es besser, aber auch das Licht wurde weniger. Dann brach etwas Hektik aus und Lukas versuchte uns alle raus zu bekommen. Ich hatte dann einen harten Einschlag kurz nach dem Start, zum Glück war nix passiert. Eine Windböe hat den Schirm nach links kippen lassen und ich bin voll in den Hang geflogen. Nachdem alles dann wieder gerichtet war (und weder ich noch der Schirm/Ausrüstung kaputt) gings los. Einige machten noch Manöver..ich genoss einfach den Flug. Die Sonne ging langsam hinter den Bergen unter und das Panorama und die Stimmung waren einfach unglaublich. Leider ging mit dem Licht auch die Sichtbarkeit weg. Ich drehte über dem Landeplatz runter und dank meiner Sonnenbrille konnte ich immer weniger sehen. Zudem hat auch dann noch der Wind gedreht und ich musste die Landung ändern. Boah..am Ende war ich froh einfach gelandet zu sein. Nelson, ja, der Nelson aus Portugal war mit den Achenseern auch dabei, und landete kurz hinter mir. Wie immer lachte er und freute sich über alles. Ich stimmte da auch mit ein…Laura war auch da und so quatschten wir auch noch mit Veronika, die auch da war…Es war schon fast wie eine kleine Familie. Glücklich und froh gings zurück zum Camping bzw. zur Pizza. 

Am Samstag dann gleiches Programm. So langsam ging es an die Substanz. Schon gegen halb neun machte ich meinen ersten Flug runter inkl. Manövern. Das Starten ging besser, blieb aber immer noch ein Wackelkandidat. Beim landen fühlte ich mich schon wohler. Meine Manöver waren aktuell Einleitung Steispirale und Nicken…das hat mir dann am Ende gar nicht getaut. Mir wurde richtig schlecht und ich landete noch mit einem…mir kommt gleich alles hoch Gefühl. Da wir zwei Flüge machen wollten waren die anderen vom Camp schon bei mir als ich landete und halfen mir alles in den Schnellpacksack einzuräumen. Ich war noch stark mit mir selber beschäftigt + machte mir die Hitze zu schaffen. Roland fuhr dann auch noch wie ein Henker hoch, so dass ich mich tatsächlich fast im Bus übergab. Wir blieben kurz stehen, ich setzte mich nach vorne + bekam ich noch einige Tropfen gegen die Übelkeit. Oben angekommen musste ich mich erst noch hinlegen bevor es dann weiter ging. Ich ging rüber zu den anderen und machte mich dann für meinen zweiten Flug bereit, den ich dann etwas lockerer nahm. Das starten war dieses mal gut. Am Landeplatz wieder angekommen war Laura auch da und nachdem ich zusammen gepackt habe, ging es für mich nur noch zurück. Ich musste was mit Substanz essen und etwas trinken. Danach ging es mir schon besser, aber ich ließ die Abendrunde heute ausfallen. Dafür bekamen wir dann wieder volle Theorie. Am Abend gingen Laura und ich zunächst noch alleine vor zum Abendessen, da die anderen noch unterwegs waren. Doch als wir fertig waren kamen sie gerade noch rechtzeitig rein, so dass wir uns noch kurz sahen. 

Am Sonntag dann, letzter Tag. Wir besprachen gar nicht mehr viel in der Früh, sondern luden schon automatisch ein. Danach ging es wieder hoch zum Startplatz. Ich merkte schon, dass mein Kopf total durch war. Ich machte zwar noch einige Manöver, genoss aber dann am Ende mehr den Flug. Sicher gelandet…fiel mir schon ein Stein vom Herzen. Anschließend durfte ich noch zwei Wasserlandungen anschauen. Einmal Lukas, der sich in der Höhe total verschätzt hat bzw. einfach noch ein weiteres Manöver durchgezogen hat (nen Barrel) und noch ein andrer aus dem Camp, der aber bewusst den Retterwurf gemacht hat. Das sah schon spektakulär aus und auch hier habe ich wieder alleine vom Zuschauen viel gelernt. Unten versorgt ich Lukas noch mit Handtuch, Duschgel, T-Shirt, da sein Zeug im Auto war und der Schlüssel dafür noch oben. Danach konnte ich mich ganz auf den Rest fokussieren. 

Was bleibt nach dem Training. Viel Last, viel Kopf…viel los lassen. Wir machten auch noch die obligatorische Abschlussrunde (die anderen machten noch einen zweiten Run, den ich aber aus ließ). Insgesamt war es schon cool gemacht. Das Freiflug Team, vor allem aber auch Lukas und Stef, gaben sich extrem viel Mühe. Manchmal merkte man ihnen an, dass vielleicht nicht alles gleich funktionierte, aber für das erste Training im Jahr mehr als ok. Ich bin am Ende voll auf meine Kosten gekommen. Ich habe unglaublich viel Input bekommen, weiß jetzt noch mehr, was ich nicht weiß, habe viel Inspiration bekommen, aber am Ende auch das was es ausmacht. Sicherheit. Jetzt muss ich nur noch selber an mir weiter arbeiten. Danke euch allen.!!!!

Sonntag ging es nach dem De-Briefing dann für uns runter nach Arco. Wir hatten uns bei Bösels und Jungmanns am Camping Zoo eingebucht. Wie zu erwarten war der Camping über die Osterfeiertage voll und wir bekamen einen Platz nur für Montag auf Dienstag, den wir dann auch dankenswerterweise annahmen. In der Zwischenzeit stellten wir uns bei Bösels auf den Platz, was mit ihrem Kastenwagen und den Olivenbäumen auch eine kleine Herausforderung wurde. Aber es ging mit etwas quetschen. Bei Jungermanns hatten wir mit dem VW Bus, dem Wohnwagen und dem Materialzelt mit der Slushi-Maschiene keine Chance. Kimi und Lena waren da, die anderen waren noch eine Bike-Tour fahren, so verbrachten wir kurz noch mit dem Mädels bis dann auch der Rest eintraf. Nach der Begrüßung merkten wir schon, dass etwas „Camping-Gesicht-Stimmung“ war, aber nach dem ersten Bier bzw. Spritz verfolg das dann auch. Wir waren zum Glück voll gechillt. Bäda, Claudi, Laura und ich gönnten uns dann noch „kinderfreie“ Zeit im Outdoor-Spa Bereich und ließen es uns im Whirlpool gut gehen. Erholt..gechillt ging es zurück bzw. zum gemütlichen Teil des Abends. Wir holten uns später noch eine Pizza vorne am Camping und genossen mit allen den lauen Abend. 

Den Montag wollten wir eigentlich noch für irgendwas nutzen. Evtl. Biken. Die anderen gingen einen Klettersteig weiter oben Richtung Ledrosee, aber das war uns dann doch zu viel…wir nutzten den Vormittag zum shoppen in Arco…gemütlich am Hauptplatz sitzen, Spritz trinken, Chips essen und die obligatorische Pizza beim Pizza-Mann meines Vertrauens. Echt krass, dass es den seit meinem ersten Besuch mit Tom immer noch gibt. Wir füllten unseren Ausrüstungsschrank auf und fuhren doch zufrieden wieder zurück zum Camping. Nachdem wir unseren Platz bezogen hatten überlegten wir was wir machen sollten. Am Ende…sagten wir uns..wir haben es uns verdient mal nichts zu machen. So chillten wir an unserem Platz bis dann Claudi und Kimi noch zu uns kamen. Ihr war wegen der Hitze leider etwas schlecht geworden, so dass sie abbrechen mussten. Gemütlich ratschend verging der Nachmittag bis der Rest dann auch eintraf. Das Abendessen verlief dann „üblich“ chaotisch, dass Steffen seinen Grill auspackte, Fleisch drauf warf….dann die Burgersemmeln verbrannte, dann diskutiert wurde, dann Bäda und ich übernahmen ;-). Es ist einfach schön, wenn es einfach normal ist. Am Abend verabschiedeten wir uns schon von allen, da wir am Dienstag gleich in der früh zurück nach Aschau fuhren. 

Hach..ich sags euch…ich vermisse einfach diese gemeinsamen Abende. Es dauert immer etwas bis jeder in the Mood ist, aber das sind die Abende die wir halt noch haben.