22.10.2025: Venedig


Den Dienstag verbrachten wir noch sehr gemütlich im Bett bzw. im Bus. Laura hatte Arbeitscalls und ich genoss es einfach mal weniger zu machen. Das Wetter war auch nicht wirklich einladend. Es regnete entweder leicht oder es war dicht bewölkt mit den Wolken quasi am Boden (also Nebel). Also so ein richtiger Faulenztag. Wir gingen nur etwas in der Umgebung des Camping spazieren, da dieser aber am Ende der Straße lag und drum herum nur Industriegebiet war, gaben wir hier auch bald auf. Es sollte nicht sein. Also noch etwas gemütlich unter der Markise hocken bis wir wieder rein gingen. 

Am Mittwoch wurde ich in der Früh durch die Nebelhörner der Schiffe geweckt. Ja..das war der Nachteil, wenn man quasi mitten neben der Hauptverkehrsstrasse campiert. Oben bei mir im Aufstelldach fühlte es sich echt an wie am Stachus. Zum Glück hatten wir heute eh vor früh aufzustehen, da wir nach Venedig wollten. So gingen wir nach dem Frühstück vor zum Bootsanlegestelle aka. Taxistand. Ich nutzte die Zeit beim Warten schon für ein paar Fotos und danach gings an den Holzstehlen, die quasi die Wasserstrasse markierten, nach Venedig. Schon irre so mit dem Boot in eine Stadt zu fahren. Vor allem wie nah am Wasser oder besser gesagt direkt aus dem Wasser raus alles gebaut war. Immer wieder eine Erlebnis. Wir legten in Zattere an und gingen dann zu Fuß weiter. Wir überquersten den Canale Grande und waren dann am Markusplatz. Wie gesagt…Venedig ist schon irre. Ich sah überall Motive und immer wieder auch neue Sachen, die meinen Blick gleich fesselten. Aber das planlose herum Laufen war heute nicht unser Ziel, auch nicht die typischen Sehenswürdigkeiten, obwohl wir eben am Markusplatz, Dogenpalast usw. vorbei kamen. Ziel war die Biennale. Also die zweijährige Ausstellung mit den einzelnen Landespavilions zu einem einzelnen Motto. Dies Jahr war das Motto Architektur und Klimawandel. Nach dem jetzt schon ausgiebigen Spaziergang betraten wir die Biennale und fingen an. Ich weiß gar nicht so Recht was ich erwartet hatte, aber was ich dann sah, war schon eine kleine Überraschung. Also die Auslegung war schon sehr speziell von einigen Ländern. Sei es, dass man den Pavillon anfing auseinander zu nehmen, um aus dem Schutt neue Sachen zu machen oder komplett verrückte Installationen. So ließen wir uns am Anfang noch viel Zeit pro Pavillon, das wurde aber dann später immer schneller. Es gab nur wenige, die mich wirklich ansprachen. Für Laura kam es auch etwas unerwartet, dass ich wirklich in jeden gehen wollte…naja, wir hatten ja auch für alle gezahlt oder? So zogen wir durch alle Pavillons am Giardini und waren dann am frühen Nachmittag damit fertig. Natürlich war der Serbien Pavillon der, mit dem ich am meisten anfangen konnte ;-).
Das war Teil eins. Der zweite Teil war dann im Arsenal. Aber hierzu mussten wir uns erst noch stärken. Somit gingen wir in ein kleines Lokal und gönnten uns ein ordentliches Mittagessen. So gestärkt ging es dann zu Fuß bis rüber zum Arsenal. Das war eigentlich der „Hauptteil“ der Biennale. D.h. es gab einen zentrale Ausstellung, die alles irgendwie erklären sollte plus halt noch einige Pavillons. Tatsächlich holte mich der Island Pavillon fast mehr ab als der Rest (und dieser war auch noch umsonst). Naja. der zentrale Teil war sehr schön gemacht, aber echt schon abstrakt und auch teilweise sehr kleinteilig. Also jedes Schild kann man definitiv nicht lesen. So gingen wir schon mit Zeit durch, aber blieben nur dort stehen wo es uns wirklich hinzog. Die Länderpavillons ließen wir eher außen vor. Wir waren schon gut übersättigt und auch fertig vom Gehen. Die Anlage selber ist halt schon krass. Also das ganze Hafengelände und auch die Werften. Kann man sich schon gut vorstellen, was früher hier so abgegangen ist. So verbrachten wir fast mehr Zeit draußen bei den Anlagen bis wir komplett raus gingen. Danach hatten wir keine Lust wieder komplett durch Venedig zurück nach Zattere zu gehen. Wir gingen statt dessen auf die kleine Halbinsel St. Pietro di Castello und von dort nahmen wir das Taxiboot im Gegenuhrzeigersinn. Wir hatten Glück, das Taxi war schon gut voll und wir ergatterten noch zwei Plätze hinten draußen am Schiff. Somit waren wir aus dem Gedränge draußen und konnten Venedig von hier aus genießen. Inkl. ein paar Wasserspritzer. Wir fuhren an San Michelle vorbei, dann kurz vor der Eisenbahnbrücke rein ins Gedränge und kamen am Bahnhof raus. Es ging am Frachthafen vorbei zurück auf die Hauptachse und dann nach Zattere. Da wir etwas zu früh dran waren gönnten wir uns noch ein Getränk an der Bar bis wir mit dem Taxi zurück nach Fusina fuhren. Was ein Tag…Venedig…du bist immer eine Reise wert.