Leider ging es Lauras Mutter immer schlechter und die Diagnose der Demenz wird immer deutlicher. Wir kamen gerade aus München und hatten den Kopf noch voll. Die neue Situation verarbeiten, entscheiden, nächste Schritte besprechen. Es war einfach viel und wir waren unvorbereitet. Irgendwie mussten wir uns ablenken. Zu Hause wird es nicht besser, also zogen wir hart durch und „stellten den Kopf ruhig“. Nachdem wir wieder zu Hause waren überlegten wir nicht lange sondern nahmen die Bikes und fuhren Richtung Dalsensattel hoch. Hier ging es bei mir am Anfang noch gut und ich fuhr auch etwas weiter als Laura, aber die Rampen wurden dann zu steil. So schoben wir bis zum Dalsensattel. Ab hier war es dann wieder Fahrbar…aber ich war leer. Laura zog davon, ich machte langsam weiter. Gefühlt zog es sich danach noch bis zur Hofbauernalm. Die Hitze machte mir auch noch zunehmend zu schaffen und ich kam ordentlich dehydriert und auf einem Hungerast oben bei Laura an. Respekt wie sie durchgezogen hat. Nach einer kurzen Pause nahmen wir dann noch die letzten gut 100Hm in Angriff. Auf dem fast schon altbekannten Weg ging es dann hoch bis zum Gipfelkreuz von der Sonnwendwand. Hier machten wir dann etwas länger Pause und genossen die wunderschöne Aussicht ins Priental bis hin zum Chiemsee. Es kehrte etwas Ruhe im Kopf ein. Erschöpfung hilft halt. Den Abstieg gingen wir vorsichtig an, da die Wurzeln doch fies sein können und wir zusätzlich auch noch etwas platt waren. Zurück am Bike war ich dann heilfroh nicht mehr runter laufen zu müssen. Zudem freute ich mich darauf zu sehen ob meine Mechaniker-Künste sich ausgezahlt haben, da ich auf Lauras Bike die Saint Bremse montiert hatte und ein paar andere Änderungen vorgenommen hatte. Runter war dann fast Spaß. Zwar kein Trail, aber eben nicht gehen. So gings es easypeasy runter und die Bremsen funktionierten sogar. Danach nahmen wir den schnellsten Weg in die Klause in Bach. Dort angekommen bestellten wir gleich zwei Schnitze und was zu trinken. Das Thema mit Lauras Mutter war nicht weg, aber so fühlten wir uns wenigstens etwas mehr nach Mensch wieder an. Und wie immer, eine super schöne Tour. Mit Bike sogar schöner als Wandern.
10.05.2026: Sonnwendwand

