Die nächsten Tage ruhten wir uns noch etwas aus, planten aber schon wild umher. Irgendwie war es nirgendwo so richtig gut. Eine Komponente passte immer nicht. Bassano hatte zu viel Nordföhn, der Rest war zu kalt, in Engelberg hatte es wenigstens Schnee, aber war bitter kalt mit unter -15°C. Am Ende entschieden wir uns dann doch für Engelberg. Nur Ski, kein Flugzeug. Die Fahrt war etwas nervig, da es am Anfang Stau hatte und Google plötzlich 7h und länger anzeigte. Am Ende waren es dann doch wieder die normalen 5,5h. Den Wohnwagen feuerten wir gleich aus zwei Richtungen an mit Gasheizung und Kamin und schon bald wurde es angenehm warm. Nachts ließen wir aber das erste mal unsere Heizung durchlaufen. Definitiv notwendig.
Am Samstag nutzen wir beide das schöne Wetter und die 15cm Neuschnee. Laura ging zum pisteln und ich machte mich auf zur Skitour. Der Weg über die Talabfahrt war schon bekannt und es hatte endlich genug Schnee, dass ich die Abkürzung durch den Wald gehen konnte. Es war einfach schön. Es fühlte sich nach einer richtigen Skitour an. Powder links und rechts und dann das monotone Gestampfe. Herrlich. Unterhalb von Untertrübsee wich ich komplett auf die Wiese neben der Piste aus und schon bald nahm ich diese gar nicht mehr wahr. Es war wirklich wie komplett auf Skitour sein. Es ging alles gut, ich hatte keine Schmerzen, es machte Spaß als plötzlich mein rechter Fuß ohne Ski voll nach vorne schoss. Häh? Ist die Bindung aufgegangen? Ich schaute nochmal genauer hin und nein..äh ja. Die Bindung hatte sich gelöst, aber nicht der Sperrmechanismus sondern die rechte Backe hatte sich komplett verabschiedet. Der Stift, der diese noch drin hielt steckte noch, aber die Backe war draußen. Grrrr. Manchmal…manchmal hasse ich es. Ich versuchte gefühlt eine halbe Stunde lang den Splint wieder rein zu bekommen…keine Chance. So packte ich alles ein, die Ski auf den Rucksack und stapfte dann runter zur Langlauf-Loipe und weiter bis zur Gerschnialp-Bahn. Was ein scheiß. Unten angekommen ging ich sofort zum nächsten Skiladen, der ATK Bindungen reparieren konnte und kam gleich zu einem Experten. Der meinte, das war noch die alte Variante, mittlerweile wird das anders gemacht. Also keine Chance. Muss man einschicken, denn zum einen wird die Bohrung sicher zu weit geworden sein und man braucht spezielles Presswerkzeug um den Stift wieder fest zu bekommen. Na geil. So kam ich frustriert am Wohnwagen wieder an. Während ich mich aufwärmte und was aß erzählte Laura von ihrem Tag (gute Piste, wenig los)…dann kam ihr die Idee ob ihr anderer Ski denn nicht auch mit meinem Schuh gehen könnte. Ich schaute nach und tatsächlich war ihre Bindung ganz vorne geschoben und ich konnte die 10mm locker nach hinten justieren. Perfekt. So war der Abend gerettet.

