So…es war soweit. Der Festival Sommer beginnt. Mit einer Mischung aus Erleichterung, Vorfreude, aber auch Angst begann es. Warum Angst. Angst, weil die letzten Wochen, gerade durch den Zustand von Lauras Mutter sehr intensiv waren. Und auch noch gefühlt viele Sorgen in mir schlummern. Angst, weil ich eventuell zu viel von dem ganzen erwarte. Ich erwarte mir Unbeschwertheit, Freude, Sorglosigkeit. Aber die Probleme bleiben dennoch. Es kann ein Ventil sein, aber es ist nicht die Lösung. An dieser muss ich noch arbeiten. Daher versuche ich mich schon in das Mindset zu pushen und die Momente zu genießen. Aber wie immer fängt alles mit Vorarbeit, äh…Vorfreude an. Nachdem Matthias, Nils und ich die Modalitäten geklärt haben, also was brauchen wir, wer kommt wie wo an, wie fahren wir weiter, wer kauft was ein, etc. Begann ich die Tasks abzuarbeiten. Ich bestellte die Dosen, ich holte die Kühlbox bei Steffen ab, ich machte noch die Aufgaben von meiner Mutter wie das Grab von meinem Vater wieder herrichten. Ach ja, natürlich musste ich mich noch mit entsprechender Festivalkleidung ausstatten. Aber nachdem das Wetter hin und her ging…war es perfekt, fast zu warm vorhergesagt. Das war dann mal alles erledigt und so gings für mich an einem Mittwoch voll bepackt zu BMW nach München in die Arbeit in der Früh und am Nachmittag dann los Richtung Köln zu Matthias. Die Fahrt verlief tatsächlich sehr gut und ich war schon etwas begeistert von Köln, also zumindest das was ich vom Auto aus gesehen habe. Mega. Auch insgesamt wirkte die Stadt grüner als München. Ich kam dann endlich beim Matthias an und Nils machte mir auf, da Matthias selber noch auf Firmenfeier war. Es war mega schön Nils wieder zu sehen und so machten wir es uns auf dem Balkon mit ein paar Bier gemütlich. Die Gespräche glitten gleich sehr tief und es tat irgendwie auch gut mit ihm so Sachen wie Demenz, Belastung, Unverträglichkeiten zu besprechen. Klingt banal, aber es war ein echt gutes Gespräch. Matthias kam dann Nachts auch mal nach Hause und natürlich gings mit ein Bierchen weiter. Danach verzog sich jeder in sein Bett (auf auf der Isomatte, Nils auf der Couch, Matthias in sein Bett).
Am nächsten Tag schliefen wir gemütlich aus. Nach einem Frühstück gings dann ans packen und das war eine Herausforderung. Wir waren zu dritt im MINI und das Auto war schon auf der Herfahrt voll. Irgendwie schafften wir noch Matthias und Nils sein Zeug da rein und los gings. Von Köln aus waren es nur so ca. 2h. So gings nach knapp 1h über die Grenze nach Holland. Hier kauften wir noch schnell ein, also das frische Zeug. Auch das schafften wir irgendwie noch rein zu quetschen, aber Nils tat mir hinten schon Leid. Zum Glück war es nicht weit. Ein kurzer Boxenstopp und ein Monster später waren wir in Belgien. Was halt total irritierend zu Wacken ist…es ist einfach kein Stau. Es ist Hauptanrreisetag und du fährst gemütlich an der Autbahn ab, dann durch den Ort, wo kein Stau ist und erst kurz vor dem Parkplatz war dann vielleicht 10 Minuten warten angesagt. Wir nutzten die Zeit nach wie vor für echt gute Gespräche und als wir dann die Tickets vorzeigten parkten wir schon quasi. Mega. Danach nahmen wir die Duffels und gingen vor zum Checkin vom Camping Inferno. Matthias und Nils waren dekadent genug um sich so ein Hüttchen zu mieten. Mir sollte es recht sein. Nachdem wir ohne Probleme eingecheckt hatten und die Bändchen hatten gings auch rein. Wir waren eher am Rand gelegen, was ok war, da wir damit den Zaun zum pinkeln in der Nähe hatten. Die Hütte selber..einfach, zwei Stockbetten aus billigem Blech und komische Matratzen, aber mehr als ausreichend. Hauptsache Strom für die Kühlbox. Das war ein gutes Stichwort. Das zweite mal gehen (etwa 20 Minuten zum geparkten Auto) hieß es die vollgepackte Kühlbox vor tragen. Nils und ich schafften es das dann auch mit mehrmaligem absetzen und dann wars fertig. Anschließend gings nochmal vor zum Eingang vom Gelände, was halt auch mega war, da wir vom Gelände auch keine 20 Minuten entfernt waren. Einfach eine ganze andere Liga als Wacken. Dort holten sich die beiden noch Stühle und Kissen. Währenddessen wurde auch schon ordentlich gebechert. Am Abend gings dann vor und wir gönnten uns die Konzerte.
Die Tage lassen sich gar nicht mehr so richtig zusammenfassen. Alles verschwimmt. Was Was bleibt sind eine Menge geiler Erinnerungen.
Das Schlafen selber war mega easy und angenehm. Unsere Hütte lag perfekt, so dass wir viel Schatten hatten. Vor allem nach dem Aufstehen konnten wir schon erst auf der rechten Seite, dann dahinter sitzen. Neben dem Instant-Kaffee bleibt mir noch das geile Rührei mit Speck in Erinnerung, welches wir vorne am Stand geholt hatten. Dann auch noch wie wir uns Mittags immer noch die getrocknete Salami mit dem Toastbrot rein gepresst hatten, neben den unzähligen Bier und Radlern. Matthias zeigte uns Suno und wir komponierten Lieder ohne Ende..und ja, ich bin schon etwas verliebt auf mein Lied. Raise your Horns zu Vladimir!
Was auch mega war, war einfach die Anlage. Genug Toiletten und immer sauber. Also besser als bei mir im Büro teilweise. Die Duschen mega gut, Einzelkabinen mit viel Platz und viel warmen Wasser ohne anstehen. Das Essen vor Ort eine andere Liga. Von den Pommes mit Gulasch drüber, zu dem griechischen Teller, der Pizza, den heißen Pommes oder auch Fish und Chips. Genial. Das Wetter war einfach auch krass. Über 30 Grad und bratende Hitze. Mein absolut persönliches Highlight an das ich mich noch lange erinnern werde war Max Cavalera mit Chaos A.D. Am Nachmittag um 16Uhr war ich vorne über eine Stunde lang im Moshpit und kam einfach nur fertig raus. Aber mit so viel Gefühl, das war mal wirklich alles andere vergessen und im hier und jetzt sein. Was einfach auch geil war, war die reine Anzahl an Bands die wir gesehen haben. Knapp 20 Stück und es waren mega bekannte Namen dabei. Unvergesslich auch die Performance von Cradle of Filth oder Babymetal. Cool war irgendwie auch die Performance von The Offspring am Donnerstag. Matthias und Nils sind schon Heim gegangen und während dem Konzert fing langsam der Regen an und wird immer schlimmer. Klatschnass hab ich mir über eine Stunde lang die Show bevor ich auch Heim ging. Leider war Mädchen etwas zu betrunken und stürzte vor mir. Zum Glück waren aber genug Leute um mich herum. Wir kümmerten uns alle um sie bis die Rettung kam. Einfach auch geil so viel Zusammenhalt auf einem Festival zu erleben. Zurück an der Hütte zog ich mich um und gönnte mir die warme Dusche danach. Das tat richtig gut.
Es war einfach insgesamt total verrückt. Tagsüber hat uns die Sonne durchgebraten und jeder Metaller suchte Schatten wo es nur ging. Abends dann diese lauen Nächte, mit ewig langem Licht und einfach einer magischen Stimmung. Den Abschluss bildete nach den vier Tagen Sabaton, bei denen wir alle voll in den Moshpit gingen und alles gaben. Fertig, glücklich und bereit für das nächste Kapitel gingen wir vom Gelände. Die Abreise selber mega chillig. Abgabe der Hütte ohne Probleme, zweimal Zeug zum Auto schaffen und ohne Stau raus. Danach Köln und später am Abend Aschau. Wie geil.
Was haben wir alles gesehen (soweit ich mich erinnern kann): Accept, Alice Cooper, Anthrax, Avatar, Babymetal, Battle Beast, Bring me the Horizon, Cavalera Chaos A.D., Cradle of Filth, Deaf Leppard, Electric Callboy, Europe, Foreigner, Lacuna Coil, Limp Bizkit, Mastodon, Megadeth, Pennywise, Sabaton, Sepultura, Sonata Arctica, Tesseract, Vollbeat, Wargasm, Wind Rose, Within Temptation.
Was bleibt. Einfach ein geniales Festival. Ja, sehr heiß, aber einfach so chillig mit Matthias und Nils. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass wir echt über viel und vor allem auch tiefgründig geredet haben. Das war irgendwie geil. Also mehr Tiefe und auch eher etwas wa seinen voranbringt in der Freundschaft. Vor allem geil war, dass alles so unkompliziert war. Von der Hinfahrt angefangen bis zum Einkaufen und dem Festival selber. Einfach nur Spaß…Danke euch..ich freue mich auf das nächste Mal!!!!

