01.07.2026: London


Ein Festival war vorbei, das andere wartet schon. Ich hatte in etwa zwei Wochen Zeit mich von Graspop zu erholen bis es dann mit Alex nach London zu Metallica ging. Die zwei Wochen zu Hause vergingen wie im nu. Wir klärten noch einige Details, wie ob er eine City Maut zahlen muss und eigentlich auch die wichtigste Frage…hat er einen Stellplatz. Tatsächlich entdeckte ich, dass man am Camping dann auch einen großen Stellplatz buchen kann, der zu der Zeit auch frei war. Perfekt. Somit waren wir alle versorgt. Heidi hatte auch die ganzen Tierarzt Untersuchungen hinter sich und wir das ETA. So wars dann, dass mich Alex abholte und wir dann noch zu ihm fuhren wo er eigentlich zu packen begann. Schon erstaunlich wie er innerhalb von einer Stunde irgendwas am Bus noch machte und für drei Wochen Urlaub in England noch packte. Irgendwann gings dann los und wir machten uns das erste Bier im Stau um München herum auf. Das geilste war dann halt noch, dass Alex in seinem Bus das große iPad Pro hatte, mit SIM Karte und wir anfingen während der Fahrt die Fußball WM zu schauen. Mit viel Reden, viel Lachen und eben Fußball ging es in die Nacht. Unser Ziel war Calais. Alex bretterte gut durch bis wir dann so gegen 4Uhr in der Früh einmal wechselten und ich dann fuhr. Der Bus war schon interessant. Also so ohne elektrische Helferlein. Vor allem mit dem Seitenwind, den wir hatten, und seine Höhe war das schon ein ordentliches Geschaukel. Selbst Alex war überrascht. Ich meinte dann nur, bei dir ists auch nicht anders. Komisch. Ich war dann auch mal wieder erstaunt wie teuer die Maut in Frankreich war. Mit der Höhe konnten wir dieses mal nicht tricksen. In Calais kamen wir dann in der Früh an. Etwas gerädert kauften wir noch ein Croissant und Kaffee bevor es zum Strand ging. Naja..also ich fuhr zum Strand. Für Alex war das komisch, für mich normal. Er wollte auch nicht raus gehen. Also machte ich ein paar Fotos für Laura und dann kümmerte ich mich um die Fähre. Das war das schöne, dass man noch recht kurzfristig zu günstigen Preisen die Fähre bekommt. Also buchte ich diese für in 3h. Anschließend chillten wir noch kurz bevor wir zum Einlass der Fähre fuhren. Hier das übliche Prozedere. Pässe, Papiere, Heidis Unterlagen. Dann durch den Zoll, der auch nur kurz rein schaute in den Bus und das Chaos sah. Dann winkte er uns aber auch gleich weiter. Glück gehabt. Wir hatten nix dabei, aber alles ausräumen wäre ätzend gewesen. Als wir in der Schlange standen bemerkte Alex dann plötzlich, dass die Reifen sehr platt waren. Also war klar. Der Luftdruck war zu niedrig. Einfach mal über 1Bar weniger. Für die Wüste perfekt, für die Autobahn zu wenig. Da Alex eh schon draußen war richtete er auch gleich die Handbremse, die funktionierte nämlich nicht und war auf der Fähre schon wichtig. Nachdem dann alles ging, konnten wir auch schon auf die Fähre. Wir mussten leider Heidi zunächst drin lassen bis wir oben bemerkten, dass es auch ein Hundeabteil gab. Also ging Alex wieder zurück und holte Heidi. So waren wir alle Drei wieder zusammen. Während Alex und ich uns ein Bierchen gönnten, konnte Heide im Hundeareal Gassi gehen. Die Überfahrt selber war mega schnell. Also gefühlt ist man aus dem einen Hafen raus und sieht schon die Kreidefelsen von Dover. Alex nutzte den Dutyfree Shop und kaufte eine Palette Bier. Witzig war dann im Prospekt auch, dass die Einfuhrmenge auf 42Liter (!) pro Person begrenzt war. Das sind halt einfach mal vier Kästen Bier pro Person. In Dover angekommen ging es bei strahlendem Sonnenschein runter von der Fähre und ohne irgendwelche Probleme (außer dem Linksverkehr) weiter. Schon die ersten Meter waren genial. Einfach gleich voll Englisch. Kleine Burgen, schönes Gras, hügelige Landschaften. Wir nutzten das und machten in Dover auch kurz Pause zum Mittagessen. In einer kleinen Gasse fand Alex einen Parkplatz und es ging zu Fuß rein. Dover war echt schön hergerichtet und so schlenderten wir etwas rum. Das erste Pub machte leider kein Mittagessen, so dass wir auf deren Empfehlung zum „Blakes of Dover“ gingen. Das war so ein richtiges Pub. Du gehst erst einmal eine Treppe runter, dann ein mit Schildern vollgepflasterter Schankraum und hinten noch der Ausgang zur Terrasse. Dort gönnten wir uns ein Bier und Fish&Chips. Wir wären eigentlich ready zum schlafen, musste aber noch zum Camping. So schleppten wir uns zurück zum Bus und bei über 30 Grad gings dann über die A2 und die Queen Elizabeth Bridge rüber auf den Autobahnring M25. Das war alles noch Mautfrei, bis auf die Brücke, aber Alex weigerte sich zu zahlen, so dass wir es erst einmal ignorierten. Nach dem typischen Stau gings dann bei Sewardstone runter. Hier waren wir erst verwirrt wegen der Straßensperre, aber nachdem jeder adere sie auch ignorierte, ignorierten wir sie auch. Dann standen wir auch schon vor dem Camping Lee Valley in Sewardstone. Ich checkte für uns beide ein und es ging dann auf den Platz. Der war jetzt ok, Alex positionierte sich so, dass wir gut Schatten hatten und ich bezog meine kleine Hütte. boah…wir waren durch. Nachdem wir etwas angekommen waren chillten wir, tranken Bier und hörten laut Musik. Der Urlaub kann beginnen. Am Abend machten wir uns mit Alex seinen Bikes auf zum Pub „Plough“, gönnten uns Fish&Chips sowie Bier und danach gings ins Bett. Nach einer ruhigen Nacht fühlte man sich am nächsten Tag schon deutlich besser. Ich kaufte Frühstück am Camping Shop (Toast, Eier, Speck), Alex baute den Grill auf und Heidi hatte mit Rocky einen neuen Freund gefunden. Dieser war sehr frech, klaute mir den Speck vom Teller und Heidi das Körbchen. Aber ein lustiger Pascha. So verbrachten wir den ganzen Tag mit chillen, eben laut Musik hören und über alles mögliche reden. Mit Alex war eh immer voll angenehm. Wir redeten echt über alles und ähnlich wie bei Matthias und Nils waren es schon so tiefgreifendere Gespräche. Also schon etwas was uns als Freunde auf alle Fälle weiter bringt. Was halt auch war, wir lachten ohne Ende und das war das wichtigste. So langsam wurde es Zeit um Richtung Stadion aufzubrechen. Alex hatte noch welche am Camping kennengelernt, die auch zu Metallica gingen. So machten wir uns ready, er rief den Bolt/Uber und dann gings mit ihm, den anderen und ohne Heidi, dafür mit Metallica zum London Stadium. Alex machte sich natürlich Sorgen um Heide, da sie aber schon über einen Tag hier war, auf dem Platz alleine rum lief und sich wohl fühlte, hofften wir mal auf das Beste. Als die Skyline daher kam vergaßen wir auch langsam Heidi und kurz vorm Stadion im Stau ließ uns der Taxler raus. Wir gingen dann rüber und tatsächlich sehr easy und direkt rein. Als erstes kauften wir uns nen Burger und Bier bevor es runter ging. Absolut geil. Ähnlich wie in München, hatten sie wieder die Tonnen aufgebaut mit den riesigen Leinwänden. Unten war auch noch viel Platz, so dass wir nach der zweiten Runde Bier auch gleich mit anderen Leuten ins Gespräch kamen. Witzigerweise gaben die uns gleich ein Bier aus. Danach fing Gojira an, die ich aber jetzt für mich nicht als besonders empfinde. Es war schon etwas mehr Stimmung, aber noch nicht voll aufgeheizt. Dann fing Metallica an. Wir gingen vor in den Moshpit, Alex feuerte den „Relax we care“ Ball raus und es ging los. Anfangs, trotz unseren Pegels, noch verhalten, auch die Menge war nicht voll dabei, aber ab der Mitte des Konzerts gings dann los. Wir haben alles, sogar soweit, dass mich einer voll in den Alex rein schubste, ich mit dem Hinterkopf gegen sein Gesicht schlug und ihm die Nase brach. Das merkten wir beide aber zunächst nicht. Nach über 2h Konzert spuckte der Moshpit uns langsam raus und wir waren durch. Klatschnass gingen wir mit den anderen wie eine Herde raus und zunächst noch orientierungslos. Wir fanden dann im Viertel eine geile alte Couch, setzten uns hin und Alex versuchte verzweifelt einen Uber zu bekommen, was aber fast unmöglich war, da jetzt jeder Heim wollte. So warteten wir über eine Stunde bis wir einen bekamen, nur um danach nochmal im Stau zu stehen. Voll ätzend. Zurück am Camping gingen wir direkt zu seinem Bus und Heidi schlief gemütlich dort. Perfekt. 

Am nächsten Tag war dann Pause angesagt. Also wieder gleiches Programm. Im Campingshop Toast, Speck und Eier kaufen, frühstücken, Bier trinken. Wir genossen die Sonne und das am Bus abhängen. Einfach nix machen. Wir lernten ein Pärchen neben uns kennen, die so auf Roadtrip waren. Parallel verließen dann auch die Iren neben uns (das war echt so ne irische Großfamilie, mit total fertigen Leuten) mit Rocky zusammen den Camping. Sie fuhren wohl nur einen weiter, wollten aber das Bier nicht mitnehmen und schenkten uns eine Kiste. Perfekt. Wir gingen dann am Abend wieder ins Pub, nachdem wir einsahen, dass es auf der Straße lebensgefährlich für uns und Heidi wäre. Nach erneut Fish&Chips und einem super schönen Gespräch mit eine anderen Familie, die auch auf Metallica war, gings zurück zum Bus. Hier setzten sich dann das Pärchen zu uns und der Typ war halt übelster Fußballfan. So kamen Alex und er schnell ins Gespräch und irgendwann Abends fingen die beiden auch an das Spiel zu schauen. Ich verabschiedete mich gut angeheitert und ging pennen. 

Am Sonntag dann nochmal Vormittags das gleiche Programm. Man könnte jetzt denken, es wäre irgendwie langweilig….aber überhaupt nicht. Irgendwie gingen uns nie die Gesprächsthemen aus und irgendwie hatten wir auch immer was zu tun. Entweder den Sonnenschutz besser abspannen. Den Grill zur Seite räumen, mit der Drohne spielen und Alex verpasste Heidi einen neuen Haarschnitt usw. Am Abend überlegten wir uns eine andere Strategie. Wir wollten mit dem Uber zum Stadion fahren, zurück dann aber mit der Metro näher zu uns und dann einen Uber nehmen. Im Gegensatz zum Alex schaute ich es mir vorher an. Alex schaffte es am Nachmittag dann auch die Babyphone App auf dem iPad zum Laufen zu bringen, so dass er jetzt Heidi auch im Blick hatte. Ready to go gings wieder mit einem Uber erneut Richtung Stadion. Der Weg fühlte sich fast schon bekannt an. Alex verfolgte dann auf dem Handy wie Heidi schon etwas wild war und einfach nicht Ruhe geben wollte. Leider hatte er ein Fenster leicht offen gelassen und über das Bett kam Heidi daran dran. Mit der Zeit machte sie es langsam auf und schwupp…draußen war sie. Alex verfolgte sie noch etwas weiter über den AirTag, dieser zeigte, dass sie zumindest beim Bus blieb. Ok. So kamen wir erneut am Stadion an, Heidi immer noch am Bus. Leider konnten wir dieses mal nicht denselben Eingang benutzen wie gestern sondern musste halb rum gehen. Ok…genervt kamen wir dann irgendwann rein und machten das gleiche Programm. Burger Bier. Anschließend nach unten, dann gings los. Pantera. Alex war voll dabei, ich zog mit. Ich kannte wenige Lieder, aber die Stimmung und die Typen einfach mega. Sie heizten richtig ein und wir gingen voll mit. Schon eigentlich fertig warteten wir nach dem Gig auf den zweiten Teil. Den Hauptact. Metallica. Wir holten uns noch ein Bier und wechselten den Platz in der Hoffnung einen größere Moshpit zu finden. Wir hatten gute Jungs um uns herum, es ging sich noch eine weitere Runde Bier aus und dann fings an. Vom ersten Akkord weg war der Moshpit on und wir mitten drin. Ein Highlight nach dem anderen kam und wir eben voll dabei. Mir ist echt ein Rätsel wie wir über 2h im Moshpit ausgehalten haben. Es war einfach ein unvergessliches Konzert. Die Leute mega nett, mega gut drauf, null aggressiv, dazu noch London als Großstadt bzw. England an sich, Sonne…einfach nur genial. Leider waren wir noch nicht am Camping zurück. Unser Plan die Metro zu nehmen ging nur halb auf. Die Reihen bzw. Massen nach dem Konzert waren übelst, es dauerte ewig bis war da waren, dann war das Problem, dass wir das Gleis nicht fanden. Irgendwann fuhr die Bahn, aber als Alex sich anschaute wohin wurde ihm auch klar, dass wir noch einen Uber brauchen. Mir wars Wurst wo wir ausstiegen, so gings irgendwann raus und er rief den Uber. Nach etwas warten war er dann da und wir keine 15 Minuten später dann auch am Camping. Dann begann die Suche nach Heidi. Am Bus war sie nicht. Alex ließ den AirTag piepen. Nichts. Wir verteilten uns und suchten sie. Nach etwa drei Minuten war sie dann plötzlich da und mit ihr ein junger Typ. Er hatte sie bei sich im Bus aufgenommen, als er sie entdeckt hatte. Somit alles gut. Sie freute sich uns zu sehen und wir mit ihr. Auf den Schreck gönnten wir uns noch ein Bier und ließen den Abend gemütlich ausklingen. 

Am nächsten Tag packten wir alles relativ schnell zusammen und ließen Lee Valley zurück. Alex wollte eh in den Süden, so dass er mich Richtung Gatwick fuhr. In einem kleinen Ort vor Gatwick machten wir Pause, er tankte, dabei füllte er auch noch seinen Reservekanister auf und vergaß ihn leider zu zu machen. Das fiel ihm dann erst beim Parken auf. Mist…Bus dreckig, der Ort dreckig. Anschließend gingen wir ein letztes mal Fish&Chips essen. Wir waren beide noch gut angeschlagen von gestern und obwohl es eine geile Zeit war, ich glaub wir waren beide froh als mich Alex am Flughafen absetzte. Er konnte seine Pace fahren, ich meine. 

Ich checkten im Bloc-Hotel ein, was quasi ein Zimmer ohne Fenster ist. Mir wars Wurst. Ich duschte, kaufte mir am Flughafen was zu essen und genoss Wimbledon. Irgendwann gegen 4 Uhr läutete dann der Wecker, ich ging zum Gate bzw. dort in die Snack Area und war schon etwas verwundert wie voll es war und wie bereitwillig sich die Briten um 5Uhr das Bier rein stellten. Der Flug selber ging dann problemlos und vom Flughafen München gings dann direkt zu BMW zum arbeiten. 

Was bleibt…einfach ein genialer Roadtrip. So wie er schon anfing mit dem durch die Nacht fahren (und natürlichen der Frage…wird es Alex bei strömenden Regen schaffen die Elektrik fertig zu machen), die Fußball WM nebenbei, einfach mit Alex so viel Zeit zu verbringen und Spaß zu haben, das unbeschwerte Leben am Bus am Camping, Heidi natürlich und vor allem die geilen Leute und die Konzerte. Echt…so ein Trip wie aus dem Buche…mega. Ich finde wir sollten daraus eine Tradition starten. Istanbul ist auch noch hoch im Rennen für 2027. Danke für alles.