28.07.2026: Wacken


Grand Finale: Wacken

Tatsächlich, mein drittes Festival. Es war Wacken Time und vor allem, das Wetter war gut vorhergesagt. Mega. Nach einem Zoom Call, den Steffen organisiert hatte, waren wir ready und jeder hatte sein Teil besorgt. Steffen startete dann die große Tour, kam bei mir vorbei, packte mich und mein Zeug rein. Natürlich war die lange Fahrt ein Pain, aber er hatte Schaffi und mich als Co-Driver eingetragen, damit sollte es dann doch gut gehen. Anschließend holten wir Schaffi in München ab und danach Udo bei Erlangen. Dort machten wir auch kurz länger Pause, aßen einen Döner und gönnten uns (also die Fahrer) das erste Bier. Der Bus war damit voll und ich meine voll. Schon auf der Fahrt stimmten wir uns ein, studierten das Line-Up und hörten uns unterschiedliche Bands an. Es war einfach auch wieder geil. Ein paar Jungs, laute Musik on the road…das Leben kann so einfach sein. Nach einigen Tankstopps trafen wir dann in der Früh gegen halb zwei Achi und Andrea auf dem bekannten Wacken Rastplatz. Einmal noch auf eine „normalen“ Toilette gehen, ein Bier und los gehts. Den Rest folgte wir der Ausschilderung (Kreis) und nachdem wir ein paar mal abgewiesen wurden, weil schon voll wurden wir etwas nervös. Doch dann konnten wir doch noch rein und bezogen Platz. Dieses mal wars eigentlich auch gut organisiert, wir standen nicht nebeneinander sondern hintereinander. So hatten wir vor den Autos echt viel Platz. Wir bauten schnell die Zelte und das Pavillion auf und setzten uns endlich hin und genossen das Bier. Anschließend fanden wir tatsächlich noch ein paar Stunden Schlaf. 

In der Früh war dann alles noch etwas zäh. Ich war auch sehr nervös, weil wir eine ad hoc Betriebsversammlung hatten und ich mir das anschauen musste. BMW ging es nicht gut bzw. der ganzen Automobilbranche. Ich sitze jetzt hier einen guten Monat später und bin immer noch mega nervös und auch ratlos. War es das? Sollte man jetzt wechseln, aber wohin? Was kann ich eigentlich. 14Jahre sind halt auch eine lange Zeit. Egal. Ich zog es mir rein, viel neues bis auf Stellenabbau, Strukturprogramm, Abfindung und Officezeiten kam konkret nicht raus. Damit warf ich das Handy wieder ins Zelt und genoss das Festival. Insgesamt waren wir fast zivilisiert. Wir hatten die Kühlung einigermaßen im Griff, auch wenn der Generator bzw. Steffens Bus noch nicht gleich Freunde wurden. Achi war ein Meister am Dutch Oven und so bekamen wir wunderbares Chili am Nachmittag kredenzt. Irgendwie alle Tage aufzuzählen wird echt schwierig, aber was bleibt. Tatsächlich haben wir gut getrunken, aber keine echte Abstürze gehabt. Der Platz selber war ok, aber wir haben halt echt viel Sonne abbekommen und es war elend heiß. Zum Glück hatten wir eine Baumreihe die etwas Schatten spendete, diese war aber auch gleichzeitig unsere Pissrinne. D.h. strategisch Pissen. Insgesamt war es wieder ein total gechilltes Festival. Wir waren gut drauf, haben CrocoDoc und Looping Louie gespielt und waren oft vorne. Ich weiß aber nicht mal warum, aber es fühlte sich irgendwie stressig an. Wir hatten zwar gefühlt immer Zeit, aber es war schon so, dass einem nie langweilig wurde. Ich glaub das lag vor allem daran, dass die Wege vor zur Bühne echt lang waren. Ich glaub nur am ersten Tag sind wir tatsächlich zweimal hin und her gegangen. Insgesamt schon krasses Festival. Also ganz anders als Graspop. Es fühlt sich echt mehr wie ein Vergnügungspark an. Es waren unzählige kleine Bühnen, das Waste Land, dann so Merchandising Stände, Versicherungen, die Bundeswehr…also alles. Es ist halt alles drauf ausgelegt, dass man sich drum herum aufhält, als vorne. Kurzum..ich hatte am ersten Tag etwas Schwierigkeiten rein zu kommen. Evtl. war ich es „überreizt“ oder es gefiel mir tatsächlich nicht. Auch die Musik war leiser als auf Graspop, so dass es nicht richtig wummerte. Als wir am Abend vorne bei Hämatom standen hatte ich so mein absolutes down. Die Musik nahm mich gar nicht mit, ich fand es nur lächerlich. Zusätzlich schüttete mir ein Typ sein gesamtes Bier über den Kopf, so dass ich am Abend nochmals duschen musste. Es war einfach ein schlechter Start. Vor allem, weil ich nach Wacken Hämatom rauf und runter hörte und richtig gut fand. Ok, abwischen, weitermachen. Die Duschen selber waren auch ein Highlight. Wie in einem billigen Sportheim, nackte, fette Männer nebeneinander. Kaum Platz zum umziehen. Bitter war dann auch noch ein Typ, sehr korpulent, der ausrutschte, sich wohl schwerer verletzte, blutete und nicht mehr aufstehen konnte. 

Ansonsten verbrachten wir schon auch gut Zeit vorne, aber fast nie auf den großen Bühnen sondern die kleine mit der „Louder“ und der „Wackinger Stage“ hat es uns mehr angetan. Wir schauten uns echt viele kleinere Bands an, dort war meist viel mehr Stimmung und die Leute waren chillig drauf. Lustig waren ein paar Party-Bosnier oder auch als Udo, Schaffi, Steffen und ich dort Crowd-Surfing machten. Hätte nicht gedacht, dass ich das nochmal mache in meinem Alter ;-). 

Ansonsten bleibt mir noch Turbonegro im Gedächtnis, bei denen ich mit Steffen vorne im Moshpit war. Und natürlich Sabaton gemeinsam mit Steffen vorne..sehr sehr geil. Auch geil war dann unser Ausflug in das Dorf selber. Ist zwar ein ewig langer Weg, aber es ist schon immer ein geiles Highlight. Viele kleine Zelt, mehr Bier Auswahl (Augustiner im Vergleich zum Budweiser), einfach eine geile Stimmung. Eigentlich fand ich das Dorf viel authentischer und lustiger als das Festival selber. In den Zelten halt Böhse Onkelz, Manowar, Metallica. Einfach geil. Natürlich pilgerten wir auch vor zum Lemmy Monument. Auf dich. 

Boah und sonst…einfach schon lustig mit allen dort abzuhängen, aber so gewissen Highlights oder Szenen die einem in Erinnerung bleiben fehlten. Die Bands fand ich so lala bzw. halt wenig Stimmung, nur auf den kleineren gings ab. Würde ich es wieder machen. Ja, absolut, vielleicht geht ja die nächsten Jahre nochmals was zusammen. Aber auch so..einfach Zeit zu haben, mit allen gechillt Bier trinken, laut Musik hören und dann noch das geile Wetter. Mega. Am Sonntag wars dann auch sehr easy. Zusammenpacken ging schnell, wir waren auch tatsächlich schnell auf der Autobahn und mit ein paar Wechseln kamen wir sogar relativ zügig durch. 

Bands die wir so gesehen haben: 
Def Lepard, Sabaton, Hämatom, Powerwolf, Savatage, Saxon, Running Wild und unzählige viele kleineren Bands, die ich alle nicht mehr auf dem Poster lese kann. Danke euch allen fürs dabei sein…einfach eine geile Zeit. Danke fürs Fahren Steffen!!